Landfrauen

Im Ehrenamt Zukunft gestalten

BBV
BBV Bamberg
am Donnerstag, 02.01.2020 - 09:12

Zweitägiges Seminar in Oberfranken zum Thema „Ländlicher Raum im Wandel“.

Rödental/Lks. Coburg - Beim zweitägigen Treffen der oberfränkischen Landfrauen eröffnete die Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz das Seminar zum Thema „Ländlicher Raum im Wandel – gemeinsam die Zukunft gestalten“. Sie versicherte, dass die Regierung zukünftig Lehrerfortbildungen und die Digitalisierung (z. B. das Digitale Dorf) intensivieren wolle.

Die Teilnehmerinnen beklagten die massiven Flächenverluste durch Gewerbeansiedlung und Wohnbebauung sowie den Bau von Umgehungsstraßen. Die Regierungspräsidentin versicherte, alles zu tun, um die Belange der Landwirtschaft an der Regierung zu berücksichtigen.

Die Landfrauen wünschen sich von den Landwirtschaftsämtern, dass diese die Bayerischen Siegel „Geprüfte Qualität Bayern“ und „Geprüfte Bioqualität“ intensiver bewerben, damit die Verbraucher mehr regionale Produkte erkennen und kaufen. Beim Thema Tier- und Artenschutz gab Piwernetz den Hinweis, dass die Landwirtschaft noch stärker in die Offensive gehen müsse. Die Forderung nach mehr Wertschätzung durch die Gesellschaft verstehe sie voll und ganz und unterstütze diese. Sie stellte aber auch fest, dass die Regierung weder für den Bund Naturschutz noch für den Bayerischen Bauernverband Verbandsarbeit leiste.

Geschichten für die Öffentlichkeit

Theo Abenstein (Vorsitzender Arbeitsgemeinschaft Demokratischer Kreise, Pfaffenhofen) sprach zum Thema: „Die Landwirtschaft im Spannungsfeld von Agrar- und Gesellschaftspolitik“. 40 % der deutschen Bevölkerung kennen persönlich keinen Landwirt mehr. Die bayerischen Bäuerinnen und Bauern müssten mit ihrer eigenen Person und mit Geschichten um ihre Familien und ihren Betrieb mehr in die Öffentlichkeit gehen.

In den letzten 20 Jahren habe es etwa 20 Lebensmittelskandale gegeben, wobei nur zwei die Landwirtschaft direkt betrafen. Aber das bleibt beim Verbraucher haften, obwohl die anderen 18 Vorfälle durch die nachgelagerte Verarbeitungsindustrie verursacht wurden.

Der Journalist und Blogger Thomas Gerlach aus Nürnberg sprach vom Einfluss der Digitalisierung auf das normale Leben. Durch die Digitalisierung und das Internet können und werden Büroarbeitsplätze ins Ausland verlagert, wo eine Stunde Büroarbeit nur mit 2 bis 10 Euro bezahlt werden. In den USA gebe es bereits keine Rechtsanwaltsgehilfen mehr.

Gerhard Kockert vom Bayerischen Rundfunk, Redaktion Aktuelles, berichtete von seinem Arbeitsalltag als Redakteur. Er empfahl den Landfrauen, aktive Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben und kleine Blogs dem Rundfunk anzubieten. Nach seiner Meinung sind Zuhörer interessiert an den Themen Mutterkuhhaltung, Glyphosat – wie giftig?, Details der Düngeverordnung, Biogas und Maiseinsatz und hohe staatliche Zahlungen an die Landwirte. Hier könnten mit Erklärvideos wichtige Botschaften transportiert werden.