Trockenhet

Dürre: Witterung macht den Bauern zu schaffen

Dürre
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Externer Autor
am Mittwoch, 13.05.2020 - 11:05

Auch wenn es in den ersten Maitagen einige Liter Niederschläge pro Quadratmeter geregnet hat, sind die oft nicht einmal zehn Liter nur ein Tropfen auf den berühmten „heißen Stein“.

Ansbach - Zu diesem Ergebnis kommen BBV-Kreisobmann Ernst Kettemann und sein Stellvertreter Karlheinz Brand im Anschluss an eine Telefonschalte Mitte der letzten Woche.

Aufgrund der Tatsache, dass es jetzt das dritte Trockenjahr in Folge ist, schlagen nicht nur die viehhaltenden Betriebe Alarm, denn die Futtervorräte des Vorjahres gehen langsam zur Neige. Allein im März und April fiel sehr viel weniger Regen als im langjährigen Durchschnitt. Aufgrund der sehr kalten Temperaturen gab es bisher sehr wenig Wachstum auf den Wiesen. Die Bestände der Grundwiesen sind sehr gering. Auch 2020 bewahrheitet sich anscheinend die alte Regel: „Schaltjahre sind Kaltjahre“.

1. Grünlandschnitt fällt vielerorts aus

Der 1. Grünlandschnitt macht im Landkreis Ansbach durchschnittlich 50 bis 60 % des Jahresertrages einer Wiese aus. Doch der fällt heuer oft zur Hälfte oder mehr aus.

Im Ackerbau und dort auf schweren Böden ist Wintergerste sehr stark gezeichnet vom bisherigen Witterungsverlauf. Die Halme sind kurz geblieben und mit dem Ährenschieben ist nun das Längenwachstum beendet.
Das Sommergetreide (Braugerste und Hafer) ist häufig aufgrund des fehlenden Wassers schlecht aufgelaufen. Beim jetzt ausgesäten Mais können die angekündigten Nachtfröste der „Eisheiligen“ die empfindlichen Pflänzchen noch erheblich schädigen, stellen Kettemann und Brand fest.

Stärkeres Wurzelwachstum

Positiv gesehen wird derzeit alleine das Wurzelwachstum, weil in trockenen Frühjahren die Wurzeln stärker ausgebildet werden, um so die tieferen Schichten zur Nährstoffaufnahme erreichen zu können. Sobald es wärmer wird, werden Niederschlagsmengen von zehn Litern pro Quadratmeter durch das Pflanzenwachstum und die Verdunstung innerhalb von zwei Tagen aufgebraucht.

Die Trockenheit in den Wäldern ist am hohen Befallsdruck mit Schädlingen deutlich sichtbar. Trockenschäden sind an den meisten Baumarten feststellbar. Besonders Junganpflanzungen mit klimaresistenten Baumarten erfordern hohen Kontroll- und Erhaltungsaufwand.