Franken

Düngeverordnung: Sonderregelung für Trockengebiete gefordert

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Externer Autor
am Freitag, 22.05.2020 - 10:10

Die fränkischen Bezirkspräsidenten schreiben an Bayerns Landwirtschaftsministerin und Umweltminister.

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Würzburg - „Wir brauchen bei der Düngeverordnung spezifische Regelungen für die Trockengebiete insbesondere in Franken.“ Das fordern Hermann Greif, BBV-Bezirkspräsident Oberfranken, und Stefan Köhler, BBV-Bezirkspräsident Unterfranken, in einem Briefen an Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und Umweltminister Thorsten Glauber.

Seit Anfang Mai ist die neue Düngeverordnung in Kraft. Die zusätzlichen Maßnahmen in Roten Gebieten gelten ab dem Düngejahr 2021, da die Abgrenzung der nitratbelasteten Bereiche nach den neuen Vorgaben der Bundesebene erst noch erfolgen muss. Greif und Köhler kritisieren, dass die neue Düngeverordnung deutschlandweit gleiche Auflagen vorsieht, obwohl die landwirtschaftlichen Strukturen regional sehr unterschiedlich sind. Franken zeichnet sich durch die geringsten Tierbesätze bundesweit aus. „Unser Problem ist nicht die Gülle, sondern das fehlende Wasser, wie sich auch aktuell an der ausgeprägten Trockenheit deutlich zeigt“, betonen Köhler und Greif.

„Durch die geringen Niederschläge ist die Wassermenge, die durch den Boden in das Grundwasser versickert bei uns wesentlich geringer als in anderen Regionen“, stellen die beiden BBV-Bezirkspräsidenten fest. Dadurch weisen die Messstellen der Wasserwirtschaft in Trockengebieten selbst bei fachgerechter Wirtschaftsweise häufiger Nitratwerte über dem Grenzwert von 50 mg Nitrat/l auf. Selbst das Umweltbundesamt bescheinige den fränkischen Landwirten geringe Stickstoffverluste in das Grundwasser, aber die Verdünnung über die geringe Sickerwassermenge ist zu gering.

Sie schreiben: „Wir wollen uns nicht unserer Verantwortung für das Wasser entziehen, aber wir brauchen regional angepasste Maßnahmen. Bayern sollte sich für eine Sonderregelung für Trockengebiete einsetzen.“