Milchvieh

Debatte um die Anbindehaltung

MEG-Nürnberg-West_LF
Fritz Arnold
am Montag, 25.03.2019 - 09:41

Jahresversammlung der MEG Nürnberg West / Zahl der Lieferanten sinkt

Wilhelmsdorf/Lks. Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim In früheren Jahren ging es bei Milchversammlungen mehr um Milchpreise und Einkommen während heute die Diskussionen von anderen Themen wie Bienen, Tierschutz, Wasser und Klima bestimmt werden, sagte der mittelfränkische Bauernverbandspräsident Günther Felßner bei der Jahresversammlung der Milcherzeugergemeinschaft Nürnberg-West. Doch am Ende bedeute dies noch mehr Bürokratie und Kosten.
Wenn gefordert werde, dass die Landwirtschaft den Schadstoffausstoß um 29 % verringern solle, dann sei dies nicht allein mit einer anderen Ausbringtechnik für Gülle zu bewältigen, sondern laufe auf eine massive Reduzierung der Tierbestände hinaus, betonte Felßner. Dabei brauchen vor allem Kleinbetriebe die Tierhaltung, um ein ausreichendes Einkommen erwirtschaften zu können.
Deshalb wandten sich alle Redner gegen aufkommende Forderungen, die Anbindehaltung von Kühen abzuschaffen oder diese durch Abschläge vom Milchpreis aus dem Markt drängen zu wollen. Johannes Hegenberger von der Molkerei Zott, die seit zwei Jahren die Milch der Erzeugergemeinschaft mit derzeit noch 149 Lieferanten aus den Landkreisen Erlangen-Höchstadt, Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim, Fürth und Roth abholt, berichtete, dass noch in 52 % der Ställe die Kühe angehängt sind, aber nur noch 20 % der Milch aus solchen Betrieben kommt. In der MEG Nürnberg West sind es noch ungefähr ein Drittel.
Hegenberger unterstrich, dass das schwäbische Molkereiunternehmen bei den Auszahlungspreisen im Schnitt der letzten fünf Jahre mit 35,01 ct/l zur Spitzengruppe in Deutschland gehörte. Wie aus den von ihm vorgelegten Zahlen hervorging, ist die 2018 angelieferte Milchmenge leicht auf 51,6 Mio. kg gestiegen. Im Durchschnitt sind das pro Lieferanten 346 626 kg. Letztes Jahr bekamen die Bauern für den Liter Milch im Durchschnitt 36,28 ct. 2017 waren es 36,92 ct.
Dass der Strukturwandel auch im Einzugsbereich der früheren Fürther Rangau-Käserei weitergeht, zeigte Vorsitzender Michael Hechtel auf. In zehn Jahren habe sich die Zahl der Lieferanten auf 134 halbiert.
Norbert Pfeufer vom AELF Uffenheim informierte, dass aktuell 270 Anträge für die Beteiligung am Kulturlandschaftsprogramm sowie für 70 Blühflächen beim AELF eingegangen sind. Zudem liegen zehn Anträge zur Umstellung auf ökologische Landwirtschaft vor. Bisher betrage die Zahl der Biobauern im Landkreis gut hundert. Angesichts des Aufnahmestopps für Biomilch wurde geraten, sich vor der Umstellung mit einem Liefervertrag abzusichern.