Kulinarische Besonderheit

Blauer Silvaner ist ein Unikum

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Redaktion Wochenblatt
am Montag, 11.10.2021 - 06:32

Die Organisation Slow Food nimmt die Rebsorte in die „Arche des Geschmacks“ auf. Sie soll so bekannter und erhalten werden.

Thüngersheim/Lks. Würzburg Der Blaue Silvaner ist ein Unikum unter den fränkischen Weinen. Angebaut wird das Nischenprodukt heute nur noch auf wenigen Hektaren. Um ihn bekannter zu machen und damit zum Erhalt der alten Rebsorte beizutragen, wurde der Blaue Silvaner nun von der Organisation Slow Food in ihre „Arche des Geschmacks“ aufgenommen.

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Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber sagte in Thüngersheim: „Der Blaue Silvaner gehört zu unserem kulinarischen und kulturellen Erbe. Die Aufnahme unterstreicht einerseits die enorme Silvaner-Kompetenz Frankens und die Vielfalt des beliebten Frankenweins. Es zeigt aber auch die Spezialitätendichte in ganz Bayern. Denn der Blaue Silvaner ist bereits der 29. Passagier der Slow-Food-Arche aus Bayern.“

Gemeinsam mit dem Slow-Food-Convivium Hohenlohe-Mainfranken, dem Fränkischen Weinbauverband und der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) hatte sie im Landkreis Würzburg die Rebsorte als neuen Arche-Passagier vorgestellt.

Der Name des Blauen Silvaners geht auf die rötliche Einfärbung der Traubenschale im Endstadium der Reife zurück. Bis zur Reifezeit kann man ihn kaum vom Grünen Silvaner unterscheiden. Kurz vor der Lese färben sich seine Trauben blau. Die Weine haben einen besonderen Charakter, sind meist vollmundig und reich an Kräuteraromen. Bei einer kurzen Maischestandzeit haben sie einen angenehmen rotgoldenen Farbschimmer. Durch seine Widerstandsfähigkeit gegen Pflanzenkrankheiten kommt der Blaue Silvaner bislang gut mit dem Klimawandel zurecht.

Ein Rettungsschiff für kulinarisches Erbe

Die Arche des Geschmacks ist das „Rettungsschiff“ des kulinarischen Erbes fast vergessener lokaler Spezialitäten. Das internationale Projekt der Slow-Food-Stiftung für Biodiversität schützt weltweit etwa 5000 regional wertvolle Lebensmittel, Nutztierarten und Kulturpflanzen vor dem Vergessen und Verschwinden, die unter den gegenwärtigen ökonomischen Bedingungen am Markt nicht bestehen oder einfach „aus der Mode gekommen“ sind. Von den rund 80 deutschen „Passagieren“ der Arche kommt etwa ein Drittel aus Bayern.

Ausführliche Informationen zum Blauen Silvaner, zu weiteren 280 regionaltypischen Spezialitäten aus Bayern sowie zum EU-Herkunftsschutz gibt es im Internet unter www.spezialitaetenland-bayern.de.

Ein Artikel auf Basis einer Mitteilung des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums.