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Artenvielfalt

Biodiversität – was bringt sie uns?

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Externer Autor
am Donnerstag, 31.01.2019 - 16:51

Hitzige Diskussion bei Gemeinschaftsveranstaltung von BBV und Öko-Modellregion Waldsassengau rund ums Thema Biodiversität.

Die salopp formulierte Frage „Biodiversität – was bringt sie uns?“ war Thema einer abendlichen Infoveranstaltung, zu der der Bayerische Bauernverband gemeinsam mit der Öko-Modellregion Waldsassengau geladen hatte. Rund 80 Teilnehmer, überwiegend Landwirte aus der Region, diskutierten zum Teil recht hitzig mit den Referentinnen des Abends.

Den Auftakt machte Dr. Sarah Redlich von der Universität Würzburg, die betonte, dass Biodiversität nicht nur Arten- und genetische Variabilität sondern insbesondere auch Lebensraumvielfalt umfasse. Redlich und ihre Kollegen konnten nachweisen, dass mehrjährige Blühstreifen und Nisthilfen für Wildbienen einen positiven Einfluss auf die Erntemenge ausüben können. Dank des zusätzlichen Nahrungsangebots für Bienen, Tagfalter und Schwebfliegen werden auch die Kulturpflanzen auf dem angrenzenden Feld besser bestäubt.
Diplom-Biologin Kornelia Marzini von der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau stellte ihre selbst entwickelten Blühmischungen vor, die vor allem im kommunalen Raum oder für Biogasanlagen Verwendung finden. Über die Kulap-Förderung informierte Bernhard Schwab vom AELF Bamberg.
Die Diskussion war geprägt vom Unmut der Landwirte über starre Förderrichtlinien und ein strenges Kontrollwesen. Hier laufe der Landwirt Gefahr, dass sein guter Wille am Ende noch abgestraft werde. Zahlreiche negative Beispiele der vergangenen Zeit schreckten die Bauern ab, sich an wichtigen Maßnahmen wie Erosions- oder Gewässerschutzstreifen zu beteiligen. Laufend neue Verordnungen heizten den Strukturwandel weiter an, denn oft sind kleine und mittlere Betriebe den bürokratischen Anforderungen nicht mehr gewachsen und würden aufhören. Medien und Gesellschaft zeichneten ein verzerrtes Bild der Landwirtschaft und „der Verbraucher“ fordere zwar Tierwohl, Naturschutz und Ökolandbau, greife aber beim Discounter zu den Schnäppchenpreisen, zu denen kein Betrieb dauerhaft produzieren könne. Kreisobmann Michael Stolzenberger betonte die Notwendigkeit, noch stärker in den Dialog zu treten, um über die Situation der Landwirtschaft zu informieren.
Jochen Diener