Forst

Bilanz im Zukunftswald

Zukunftswald (3)
Fritz Arnold
am Montag, 16.09.2019 - 16:19

Alle arbeiten zusammen für Waldumbau ohne Zaun.

Rohr/Lks. Roth 2011 wurde bei Rohr im Grenzbereich der Landkreise Roth und Ansbach das Projekt „Zukunftswald Rohr – Waldumbau ohne Zaun“ gestartet. Nun zog der Bauernverband im Rahmen seiner Schleppertour „Bayern blüht auf“ eine positive Bilanz. Denn für die Vielfalt im Wald und dessen Zukunftssicherung sei ein Unterbau notwendig, erklärte BBV-Kreisobmann Thomas Schmidt.

Es war eines der größten Waldumbauprojekte, das vor acht Jahren im Rahmen des bayerischen Klimaprogramms 2020 im Freistaat ins Leben gerufen wurde. 31 Waldbesitzer hatten sich zusammengetan, um insgesamt rund 60 ha Wald für den Klimawandel zu rüsten.

Gegen reine Kiefernwälder

Denn reine Kiefernwälder wie zwischen Rohr und Gaulnhofen , wie sie häufig in Franken vorkommen, sind nicht nur wenig ertragreich, sondern zudem noch empfindlich gegen Schädlinge. Sogar für die Jagd sind sie zunehmend uninteressant. Weil Kiefernwälder im Alter dünner werden, verbuschen sie mit Faulbaum- und Schwarzdornbüschen, so dass der Jäger kaum weiter als zehn Meter sieht. An anderer Stelle bedeckt das Blaubeerkraut den Waldboden und lässt der Naturverjüngung keine Chance. Die aus der Vogelsaat stammenden Eichen werden vom Rehwild verbissen.
Diese Entwicklung verdeutlicht auch, dass es alles andere als förderlich für die Artenvielfalt sei, wenn man den Wald sich selbst überlasse.
Das Besondere am „Zukunftswald Rohr“ liegt darin, dass sich viele Beteiligte – Waldbesitzer, Jagdgenossenschaften, Forstbetriebsgemeinschaft sowie Jagdgenossenschaft und Jäger – zusammensetzt haben. Moderiert von den Förstern wurden in dem 180 ha großen Projektgebiet 60 ha Kiefernwald durchforstet, dabei 6100 fm Holz entnommen und dann mit 210 000 Rotbuchen und 5000 Weißtannen sowie weiteren 1500 Stück anderen Baumarten unterpflanzt. Weil hier eine große Waldfläche und dazu noch sehr dicht bepflanzt wurde, ist für Karl Fischer als einen der zuständigen Jäger, der zugleich Waldbesitzer ist, der Grund dafür, dass sich der Wildverbiss in Grenzen hielt und der Waldumbau ohne Zaun gelang. Um die Jäger hier mitzunehmen, sei es sinnvoller, zu einer konzentrierten Schwerpunktjagd zu animieren, als mit einer Erhöhung der Abschusspläne Widerstände zu provozieren.
Dass der Waldumbau nicht von heute auf morgen geht, unterstrich bei der Vorstellung des Projektes der beteiligte Waldbesitzer Georg Burger. Er erläuterte, dass dies eine Generationenaufgabe darstelle. Zu dem Argument, dass andernorts auf möglichst viele verschiedene Baumarten gesetzt werde, um in Zukunft auf der sicheren Seite zu sein, erklärten Peter Helmstetter und sein Kollege Peter Treffer vom AELF, dass sich die Pflanzung einer großen Zahl von Buchen bewährt habe. Andere Baumarten können in kleinen Gruppen, die besonders geschützt werden müssten, eingebracht werden.