Bilanz

BayWa Franken „gut unterwegs“

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Ludwiga Friedl
Ludwiga Friedl
am Dienstag, 11.05.2021 - 08:41

Trotz der Coronapandemie erzielt der Agrarkonzern 2020 ein leichtes Umsatzplus. Innovationen wurden weiter vorangetrieben.

Bamberg „Gut unterwegs“ ist die BayWa Franken. Das sagte Maria Crusius, die Pressesprecherin des Unternehmens bei der jährlichen Pressekonferenz, die diesesmal online stattfand. Mit dabei Günter Schuster, Bereichsleiter Agrar und Technik, Markus Hör für den Baustoffbereich und Wolfgang Stolz für den Energiebereich.

„Die Standorte konnten ohne Unterbrechung geöffnet bleiben“, sagte Crusius. Mit einem Umsatz von 938 Mio. € (Vorjahr: 923 Mio. €) in den Bereichen Agrar, Technik, Energie und Bau und Investitionen in Höhen von 39 Mio. € setzte das Unternehmen in Franken den Wachstumskurs 2020 fort und trieb Innovationen weiter voran. Zum Megatrend Klimaschutz und Energiewende biete die BayWa auch speziell in Mittel- und Oberfranken vielfältige Lösungen: von Blühpatenschaften und satellitengestützten Bewässerungslösungen für die Landwirtschaft über Infrastruktur für CO2-optimierte Mobilität bis hin zum Leistungspaket für mehr Energieeffizienz bei Bestandsbauten.

Agrar-Technik-Zentrum in Forchheim

Der Umsatz im Agrarbereich lag in Franken bei 179 Mio. € (Vorjahr 186 Mio. €). In Mittel- und Oberfranken lag der Agrar-Umsatz bei 114 Mio. € gegenüber 120 Mio. € im Vorjahr. In Unterfranken lag der Agrar-Umsatz mit 65 Mio. € nahezu auf Vorjahres-Niveau (67 Mio. €). Die BayWa blickt auf eine gute Ernte in ganz Franken zurück. Das Betriebsmittelgeschäft gab nach. Das lag zum einen an der Witterung. „Zum anderen machen sich der Trend zu mehr Ökolandbau und die Düngeverordnung bemerkbar“, sagte Schuster.
Die Blockchain-Technologie ermöglicht Blühpatenschaften. Über die Plattform combayn.de können Verbraucher, Unternehmen oder Vereine ab einem Betrag von 1 € Blühflächen in ihrer Region unterstützen – und gezielt auswählen, welchen Landwirt sie ihre Hilfe zukommen lassen möchten. Landwirte, die sich an Combayn-Blühflächen beteiligen, haben neben dem ökologischen Zugewinn auch ökonomische Sicherheiten: Weil Blühpatenschaften für mindestens ein Jahr abgeschlossen werden, ist die wirtschaftliche Nutzung ihrer Flächen garantiert. „In Franken gibt es bereits einige Blühflächen, die über combayn ermöglicht wurden“, berichtete Schuster.
Im Agrarbereich investiert die BayWa in Franken 2020/2021 rund 5 Mio. €. Ein Teil dieser Mittel fließt in ein neues Agrar-Technik-Zentrum in Forchheim. Baubeginn ist im Mai 2021, voraussichtlich im ersten Quartal 2022 wird der neue Betrieb fertiggestellt. In Firkenhof/Neustadt am Kulm errichtet die BayWa eine neue Halle für Getreide und Düngemittel, die Oberfranken in Teilen mitversorgt.
Die Technik steigerte den Umsatz in Franken deutlich von 206 auf 232 Mio. €. In Mittel-/Oberfranken stieg der Technik-Umsatz auf 145 Mio. € (Vorjahr 131 Mio. €). Wie Günter Schuster erläuterte, investierten Landwirte in hocheffiziente Maschinen und Geräte, gerade auch um die ressourcenschonende Bewirtschaftung der Felder und Flächen weiter voranzutreiben. Durch den Trend zum Ökolandbau erlebe die Unkrautbekämpfung mit Hacke und Striegel eine Renaissance, heute sind diese Maschinen mit Sensorsystemen ausgestattet. Ein Hackroboter der BayWa läuft zum Beispiel an der LWG in Bamberg.
„Im Servicegeschäft haben sich Stärke und Engagement unserer Werkstatt-Teams weiter ausgezahlt“, so Günter Schuster, der auch erklärte, dass die Teams beispielsweise nur drei Stunden Zeit haben, einen defekten Melkroboter wieder instand zu Setzen.

Beregnungszentrum für Franken in Dettelbach

Der Klimawandel macht sich auf den Äckern immer häufiger und immer deutlicher bemerkbar – einerseits durch zunehmende Starkregen-Ereignisse, andererseits durch längere Trockenperioden. Schuster: „Effizientes Wassermanagement wird für immer mehr Landwirte zum Thema. Gerade beim Anbau von Feldfrüchten oder Sonderkulturen.“ Die BayWa bietet hier die satellitengestützte Lösung Variable Rain, die Echtzeitdaten des Pflanzenbestandes nutzt, ohne dass sich der Landwirt um die Informationsbeschaffung kümmern muss. Trommelregner liefern genau jene Wassermenge, die die Pflanzen im aktuellen Wachstumsstadium benötigen.
Die BayWa bietet neben Fachberatung die entsprechende Infrastruktur von Beregnungsausrüstungen bis zur Tropfbewässerung. Das Beregnungszentrum für Franken befindet sich in Dettelbach (Unterfranken).

Technikzentren werden zusammengelegt

Die Technik investiert in Franken 2020/2021 gut 15 Mio. €. In Gunzenhausen werden im Technikzentrum Ersatzteillager und Büro erweitert. In Großostheim entsteht derzeit für rund 2,8 Mio. € ein neues Landtechnik-Zentrum. Die Betriebe in Elsenfeld und Miltenberg werden in dem neuen, leistungsfähigen Standort aufgehen – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wechseln nach Großostheim, zudem entstehen zwei neue Arbeitsplätze. In Wülfershausen investiert die BayWa in Modernisierung und Erweiterung des Technikstandorts.
Der Umsatz im Energiebereich ging in Franken zurück auf 227 Mio. € (Vorjahr 275 Mio. €). In Unterfranken lag der Umsatz bei 84 Mio. € (Vorjahr 103 Mio. €). In Mittel-/Oberfranken lag der Umsatz bei 143 Mio. € (Vorjahr 172 Mio. €) Dies sei ein rein preisbedingter Rückgang. Hier schlug bei einem vergleichsweise hohen Heizölabsatz der geringe Rohölpreis durch. Aufgrund des geringen Preisniveaus, der reduzierten Mehrwertsteuer und der ab Januar 2021 greifenden CO2-Bepreisung bevorrateten sich zahlreiche Gebäudebesitzer mit Heizöl.

Holzpellets werden in Wunsiedel produziert

Zugleich treibt BayWa-Energie die Angebote und Lösungen für die Energiewende voran. Die Vermarktung von Holzpellets, die in Wunsiedel produziert werden, baute die BayWa aus. Der Absatz ist gestiegen.
Die BayWa befasst sich technologieoffen mit CO2-optimierter Mobilität. Das Unternehmen betreibt LNG-Tankstellen (Liquefied Natural Gas, verflüssigtes Erdgas) für Lkw, engagiert sich für den Wasserstoff-Einsatz ebenso wie für E-Fuels. Letzteres sind synthetische Kraftstoffe aus erneuerbaren Energien. Das Angebot zur Elektromobilität hat die BayWa noch einmal deutlich erweitert.
„Wer in Infrastruktur für Elektromobilität investiert, kann mit Hilfe der BayWa Ladekarte die Frequenz an den Ladesäulen und damit die Einnahmen erhöhen“, erläutert Wolfgang Stolz, Regionalleiter Energie. Privatkunden, die sich ein E-Auto und Ladetechnologie für daheim anschaffen möchten, können sich auf www.chargemondo.de Schritt für Schritt begleiten lassen.
Der Energiebereich investiert in Franken 2020/2021 insgesamt 5,6 Mio. €. In Forchheim entsteht eine moderne Tankstelle mit E-Ladesäulen. In Gunzenhausen wird die BayWa Tankstelle um eine Waschstraße erweitert.

Starke Investitionen in den Baustoffbereich

Im Baustoffbereich stieg der Umsatz in Franken deutlich auf 300 Mio. € (im Vorjahr 255 Mio. €). „Da viele Menschen aufgrund von Corona ihren Urlaub zu Hause verbrachten, investierten sie verstärkt in Renovierungen sowie Garten- und Landschaftsbau“, sagte Markus Hör, Spartengeschäftsführer Baustoffe.
Die BayWa investiert 2020/2021 insgesamt rund 13,5 Mio. € in die Baustoffbetriebe in Franken. Die Mittel flossen und fließen in neue Baustoffbetriebe in Coburg, Ansbach und Lauf/Pegnitz sowie die Erweiterung des Baustofflagers in Bamberg. Der Standort in Würzburg wurde um eine neue Halle und um eine Betontankstelle erweitert. In Bad Brückenau entsteht ein neues Verkaufsgebäude, in Kitzingen wird das Baustofflager erweitert.