Bayerische Honigprämierung

Bayerns Honig auf dem Prüfstand

Bienenwaben
Philipp Seitz
Philipp Seitz
am Donnerstag, 07.10.2021 - 16:44

Die kühle Witterung im Freistaat wirkt sich auf die Honigernte aus. Nun wurden die Honige unter Einsatz aller Sinne untersucht.

Veitshöchheim Rund ein Kilogramm Honig landet pro Jahr und pro Einwohner in Deutschland auf dem Tisch – Tendenz steigend. Damit der Nachschub an flüssigem Bienengold nicht ins Stocken gerät, nimmt die Anzahl der Bienenvölker im Bundesgebiet stetig zu. So könnte bereits im nächsten Jahr die Grenze von einer Millionen Bienenvölker geknackt werden.

Honigprämierung_B2

Ein- bis zweimal im Jahr kann der Imker den Honig ernten: Und jedes Jahr wird dabei der beste Honig Bayerns gesucht. Im Rahmen der Bayerischen Honigprämierung landen die eingereichten Honige auf dem Prüfstand und werden unter Einsatz aller Sinne untersucht.

In Zusammenarbeit des Landesverbandes Bayerischer Imker und der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) wurden kürzlich 154 Honige aus ganz Bayern geprüft. Im Vergleich zu den letzten Jahren waren das jedoch deutlich weniger eingereichte Honige. Dr. Ingrid Illies, Leiterin des Arbeitsbereiches Produkte und Bestäubung am Institut für Bienenkunde und Imkerei, sagte dem Wochenblatt: „Die kühle und nasse Witterung hat sich auf den Honigertrag ausgewirkt. Die Bienen haben den eingetragenen Honig für die Eigenversorgung benötigt.“ Deshalb seien auch weniger Honige eingereicht worden.

Honigprämierung_B1

Bei den einzelnen Prüfschritten schaute eine mehrköpfige Jury ganz genau hin. „Unser strenger Kriterienkatalog richtet sich dabei an die Erwartungen des Kunden – denn nur einwandfreie Produkte in bester Aufmachung landen im Einkaufskorb“, betont Honig-Obmann Stefan Ammon. Er ist das Urgestein der Bayerischen Honigprämierung. Durch seine Hände gingen bis heute bereits mehrere tausend Honiggläser.

Im zweiten Prüfschritt wird das Honigglas schließlich geöffnet, um Sauberkeit und Konsistenz zu prüfen. Das Ideal ist eine geschmeidige Konsistenz. Aber auch Geruch und Geschmack des Honigs sind besonders wichtig. Die Gewinner werden am 7. November auf dem Bayerischen Honigfest in Sulzbach-Rosenberg (Oberpfalz) bekannt gegeben. Eines lässt sich aber schon sagen: „Es war keine so breite Honigsortenvielfalt wie in den vergangenen Jahren“, erklärt Dr. Ingrid Illies. Doch es seien „ganz tolle“ Wald- und Blütenhonige dabei gewesen. Insgesamt sei es, im Hinblick auf die Qualitätskriterien, ein durchschnittliches Jahr gewesen.