Auftakt

Die bayerische Karpfensaison ist eröffnet

Karpfen
Fritz Arnold und Philipp Seitz
am Donnerstag, 02.09.2021 - 11:20

In Bayern erwarten die Teichwirte in diesem Jahr einen unterdurchschnittlichen Ertrag. Schuld daran ist auch die kühle Witterung.

Uehlfeld/Mfr. Die Genießer von Karpfen können sich freuen. Ministerialrat Dr. Reinhard Reiter, der Fischereireferent des Agrarministeriums, hat am Mittwoch in Vertretung der Landwirtschaftsministerin die Bayerische Karpfensaison 2021 eröffnet. Beim Startschuss im mittelfränkischen Uehlfeld (Lks. Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) ermunterte Dr. Reiter die Konsumenten, die Monate mit „r“ zum Karpfengenuss zu nutzen. Mit dem Karpfen werde auch Heimat, Natur und Biodiversität gekauft.

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Vermutlich wegen der wechselhaften und kühleren Witterung wird mit einer etwas geringeren Fischernte gerechnet. Hinzu kamen Verluste durch Fischräuber, wie Kormoran und Fischotter, sowie durch regionales Hochwasser, so dass die Karpfenmengen mit 5000 Tonnen unter dem langjährigen Durchschnitt liegen werde. Dennoch könnten sich die Verbraucher in diesem Jahr auf eine sehr gute Qualität freuen. Laut Dr. Reiter sorgen rund 8000 bayerische Familienbetriebe für eine besonders nachhaltige Erzeugung. 

Der Freistaat ist nach Angaben des bayerischen Landwirtschaftsministeriums Deutschlands größtes Karpfen-Erzeugerland. Von den bundesweit 42.000 Hektar Karpfenteichen liegen etwa 20.000 Hektar im Freistaat. Etwa die Hälfte der bundesweiten Karpfenmenge stammt aus Bayern. Schwerpunktregionen der bayerischen Karpfenerzeugung sind Mittelfranken und die Oberpfalz, jeweils über ein Drittel der Karpfen stammen von dort.

Quelle eines hochwertigen Nahrungsmittels

Dr. Reinhard Reiter betonte bei der Saisoneröffnung: „Die naturnahe Karpfenteichwirtschaft ist nicht nur die Quelle eines hochwertigen Nahrungsmittels, sondern vielmehr auch ein wertvolles Biotop. Und sie prägt unsere wunderbare Kulturlandschaft.“

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Die Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt, Vorsitzende des mittelfränkischen Fischerzeugerrings, erklärte, dass sie die Saisoneröffnung sehr genossen habe. Am Rande des Weihers und später beim Karpfenessen hätten viele Fachgespräche stattgefunden, in denen klar geworden sei, dass die Teichwirte ihrer Arbeit zwar mit großer Freude nachgehen, gerade Teichwirte in anderen Gegenden Bayerns durch Prädatoren wie den Fischotter aber bereits in ihrer Existenz bedroht sind. „Hier sind Ideen und Lösungen gefragt, um den Erhalt der Karpfenteichwirtschaft zu sichern“, forderte Schmidt nach dem Termin im sozialen Netzwerk Facebook mehr Unterstützung.

Karpfen wächst in heimischen Teichen, hat also keinen langen Transport hinter sich, wenn er auf dem Teller landet. Er ist außerdem sehr genügsam, was das Futter angeht und braucht nicht laufend frisches Wasser. Mehr rund um den Karpfen lesen Sie hier.