Umwelt

Bauernverband gegen Flächenverbrauch bei Juraleitung

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am Freitag, 18.06.2021 - 13:54

Die Planungen für den Ersatzneubau schreiten weiter voran. Der BBV Mittelfranken warnt davor, vorschnell Fakten zu schaffen.

Ansbach Die Planungen für den Ersatzneubau der 380-kV-Leitung schreiten genehmigungsrechtlich weiter voran. Im Zuge des derzeit laufenden Raumordnungsverfahrens (ROV) wird der Bayerische Bauernverband (BBV) Stellung nehmen. Der BBV bekräftigt in einer Pressemitteilung die bisherige Position zur geplanten Juraleitung.

Vereinbarkeit wird geprüft

Im ROV prüft die Regierung von Mittelfranken, ob die Planungen mit den Grundsätzen der Raumordnung vereinbar sind. Das ROV endet entweder mit positiver, mit einer an Bedingungen geknüpften oder mit einer negativen Beurteilung. Das Ergebnis hat keine unmittelbare Rechtswirkung im Hinblick auf die Zulässigkeit des Vorhabens. Auch betroffene Land- und Forstwirte können und sollten ihre Betroffenheit mittels Einwendungen zum Ausdruck bringen.

„Die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe leisten bisher und künftig einen erheblichen Anteil an der Erzeugung erneuerbarer Energien im Rahmen der Energiewende. Wir stehen zu regionaler und erneuerbarer Energieerzeugung“, so Ottmar Braun, BBV-Geschäftsführer des Bezirksverbandes Mittelfranken. Daher sollten dezentrale und regionale Energieversorgungsstrukturen, gegenüber der Aufrüstung der Juraleitung auf 380 kV, vorrangig geprüft und in die Planungen einbezogen werden. Damit könnten Stromtransporte von Nord- nach Süddeutschland minimiert oder gar überflüssig werden.

Auch die Erdverkabelung stellt für die Landwirtschaft keine Alternative dar. „Verglichen mit Freileitungen sind bei Erdverkabelung erhebliche Eingriffe in den Boden und seine Struktur zu erwarten. Durch die von dort ausgehende Erwärmung des Bodens ist mit erhöhten Verdunstungs- und Austrocknungsraten zu rechnen“, verdeutlicht Luisa Eberhardt, Expertin für Planung und Umwelt beim BBV Mittelfranken.

Nicht vorschnell handeln

Der Bauernverband ist das Sprachrohr der Landwirte als Flächenbewirtschafter sowie Grundeigentümer und spricht sich grundsätzlich gegen den übermäßigen Verbrauch wertvoller privater landwirtschaftlicher Nutzflächen, für die Nahrungsmittelproduktion und gegen Waldabholzung aus.

Der BBV Mittelfranken ruft Grundstückseigentümer und Landwirtsfamilien daher auf, nicht voreilig Flächen für das Projekt bereitzustellen oder Unterschriften zu leisten, um nicht Tatsachen zu schaffen.

Ein Artikel auf Basis einer Mitteilung des BBV Mittelfranken.