Biodiversität

Artenvielfalt: Infotafel an der „Oichareis“

LPV-Mfr-Eiche-Biodiv_LF
Kein Bild vorhanden
Externer Autor
am Freitag, 29.05.2020 - 12:32

Im Zuge der sogenannten „Bayerischen Biodiversitätsstrategie“ engagieren sich Landschaftspflegeverband Mittelfranken, Markt Thalmässing und Regierung von Mittelfranken für den Erhalt alter Eichen und Streuobstwiesen.

Mit der Aufstellung der Informationstafel an der Ruppmannsburger „Oichareis“ wurde diesen Arbeiten ein sichtbares Zeichen gesetzt.

Eine alte Eiche ist ein ganzer Lebensraum für sich: man nimmt an, dass ungefähr 1500 Tierarten von Eichen abhängen oder einen Nutzen von dieser Baumgattung haben. Der Erhalt des Lebensraums Eiche ist daher für den Erhalt der Artenvielfalt von besonderer Bedeutung. Im Rahmen des Biodiversitätsprojektes „Erhalt von Alteichen im Landkreis Roth“ arbeiten Landschaftspflegeverband, Regierung, Untere Naturschutzbehörde, Gemeinde, Dorfgemeinschaft und Landwirte zusammen. So wie hier in Ruppmannsburg oder auch in Eysölden engagiert man sich für den langfristigen Schutz dieser Baumriesen und setzt ein Zeichen für den landesweiten Biotopverbund. In Thalmässing liegt einer der landkreisweit bedeutsamsten Alteichenbestände.

Ruppmannsburger Eiche

Die Ruppmannsburger Eiche ist im Dorf besser unter dem Namen „Oichareis“ bekannt. Dies bedeutet soviel wie „Eichenpflanze“. Aus historischen Karten geht eine uralte Wegkreuzung auf der Fläche hervor. Vermutungen zufolge könnte die Eiche daher als Wegweiser gepflanzt worden sein. Denkbar wäre auch die Pflanzung als Symbolik zum Ende eines Krieges als sogenannte „Friedenseiche“.

Ebenso bedeutsam für den Arten- und Insektenschutz ist der Erhalt der landschaftstypischen Streuobstwiesen. Äpfel unterstützen den Friedhof in Ruppmannsburg. Wie das geht? Im Jahr 2009 überließ der Markt Thalmässing der Dorfgemeinschaft Ruppmannsburg die Obstbäume und die alte Eiche zur Nutzung. Seitdem kümmert sich die Dorfgemeinschaft um den Erhalt und die Pflege des Grundstücks. Historische Obstbaumsorten wurden in Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband Mittelfranken nachgepflanzt. Gleichzeitig übernehmen Familien des Dorfes eine Patenschaft für die Obstbäume. Für die Ernte der Äpfel zahlen die Baumpaten einen kleinen Beitrag in die Ortschaftskasse und dieses Geld fließt als Spende in die Pflege des Friedhofs. Gefördert wurden die Arbeiten vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und dem Bezirk Mittelfranken.