Umwelt

Ackerwildkraut - ein Wettbewerb

Ackerwildkrautwettbewerb-2020-Oberfranken_LF
Kein Bild vorhanden
Externer Autor
am Mittwoch, 22.04.2020 - 13:56

Noch bis 30. April 2020 können sich Betriebe in Oberfranken anmelden. Ansbach

Ansbach - Während zurzeit die ersten Frühblüher zu sehen sind, werden bereits in Kürze ganz besondere Blüten zu entdecken sein: Frauenspiegel, Rittersporn, Adonisröschen oder Bauernsenf. Hinter diesen klangvollen Namen verstecken sich bunte, aber ansonsten unscheinbare Pflanzenarten, die besonders auf steinigen Äckern in Franken zu Hause sind. Oftmals vorschnell als „Unkraut“ abgehandelt, verdienen die von Botanikern liebevoll als „Ackerwildkräuter“ bezeichneten Blumen einen genaueren Blick, handelt es sich doch nicht nur um selten gewordene Naturschätze, sondern auch um uraltes Kulturgut.

An die Bodenbearbeitung gewöhnt

Ackerwildkräuter können auf den Äckern nur wachsen, weil sie sich an die häufige Bodenbearbeitung und die anderen Eingriffe der Landwirte angepasst haben. Die meisten stammen von Pflanzen ab, die mit dem Getreide und dem Ackerbau vor 8000 Jahren aus Kleinasien nach Mitteleuropa importiert wurden. Ein weiterer Teil kam mit Gemüse und Salat, die die Römer vor 2000 Jahren eingeführt haben. Der Rest stammt von ursprünglich bei uns heimischen Arten.

Von den bekannten 300 Ackerwildkrautarten sind viele klein und etwas unscheinbar, aber ein genauer Blick offenbart die oft prächtigen Farben und vielseitige Blüten- und Wuchsformen. Allerdings geht die Zahl buntblühender Äcker seit Jahren zurück. Während Mohn und Kornblume sowie einige „Schadunkräuter“ wie Ackerdistel und Quecke auf den Äckern häufig zu finden sind, ist mehr als ein Drittel der Ackerwildkräuter heute gefährdet. Diese Arten, die alle keine Schäden anrichten, konnten sich an die starken Veränderungen im modernen Ackerbau, vor allem an Herbizide, nicht anpassen und finden nur noch wenig geeigneten Lebensraum. Zudem ist eine Vielzahl an Insektenarten von den Ackerwildkräutern abhängig, die wiederum als Futter für Vögel, Fledermäuse und zahlreiche andere Tierarten dienen. Dass es in Oberfranken noch einige dieser kostbaren Schätze gibt, darauf macht der Ackerwildkraut-Wettbewerb 2020 aufmerksam.

Mehrere Träger

Der Wettbewerb wird gemeinsam vom Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL), von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), vom Biolandverband und Bund Naturschutz in Bayern durchgeführt. Ein Projektmitarbeiter wird im Mai und Juni alle gemeldeten Ackerflächen kartieren und sich dazu vorab mit dem Landwirt in Verbindung setzen.

In den beiden Kategorien „Ökolandbau“ und „Konventionelle Landwirtschaft“ gibt es für den jeweils 1. und 2. Platz Gutscheine für einen Aufenthalt in einem Biohotel im Wert von 300 € und 200 €, die Drittplatzierten und alle weiteren Preisträger erhalten Sachpreise und eine Artenliste ihres Ackers. Die Prämierung der Siegeräcker findet am 16. September 2020 im Wettbewerbsgebiet statt.

GlücksSpirale ist mit dabei

Das Projekt wird gefördert vom Bayerischen Naturschutzfonds aus Mitteln der GlücksSpirale, der Regierung von Oberfranken aus Mitteln des Bayerischen Umwelt- und Verbraucherschutz- sowie des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Eine Anmeldung ist auch möglich, wenn das Vorkommen von Ackerwildkräutern nur vermutet wird.

Anmeldeformulare gibt es bei den Landwirtschaftsämtern und Landschaftspflegeverbänden. Eine Anmeldung ist bis 30. April erforderlich. Zum Beispiel online: www.lfl.bayern.de/Ackerwildkraut-Wettbewerb. Nur die ersten 50 Anmeldungen werden berücksichtigt.