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Forstbetriebsgemeinschaft Pegnitz

Abschied von Fichte und Kiefer

Die FBG Pegnitz hat den bisherigen Leiter des Landwirtschaftsamtes Georg Dumpert ausgezeichnet und sich für dessen jahrelangen Einsatz bedankt. Im Bild (v. l.) Ehrenvorsitzender Hans Escherich 2. Vorsitzender Bernd Kiefhaber, forstlicher Berater Stefan Failner, Vorsitzender Werner Lautner, Georg Dumpert und der Bayreuther Landrat Florian Wiedemann.
Stephan Herbert Fuchs
am Dienstag, 15.11.2022 - 08:26

Bei der FBG Pegnitz spielt das Thema Waldumbau eine immer größere Rolle.

Pegnitz/Lks. Bayreuth Auf zwei turbulente Jahre hat die Forstbetriebsgemeinschaft Pegnitz bei ihrer Jahresversammlung zurückgeblickt. Nach einem langen Tief hat sich der Holzpreis seit Anfang des Jahres wieder erholt und ist seitdem stabil. „Wir können im Großen und Ganzen zufrieden sein“, sagte der FBG-Vorsitzende Werner Lautner. Probleme gibt es trotzdem noch genug.

Der zuständige Forstdirektor Dirk Lüder vom Landwirtschaftsamt Bayreuth-Münchberg machte den Waldbesitzern bei der Versammlung einmal mehr klar, dass Fichte und Kiefer in unseren Breiten künftig keine Chance mehr haben werden. Zwar sei das Gebiet der FBG Pegnitz von den Kalamitäten durch den Borkenkäfer nicht ganz so schlimm betroffen, wie etwa das Fichtelgebirge und vor allem der Frankenwald, weil der Laubholzanteil hier höher ist, doch sollten sich die Waldbesitzer nicht allzu sicher sein.

Der Klimawandel wird weitergehen

„Der Klimawandel wird weitergehen“, sagte Dirk Lüder. Dem müsse man ins Auge sehen, so der Forstdirektor, der die Waldbesitzer zum Waldumbau aufrief. Dabei sollten sie möglichst auf mehrere und nicht nur auf ein oder zwei Baumarten setzen. Sicher sei nur eines: „Die Zukunft wird für den Wald wirtschaftlich schwieriger werden.

Die Jahresversammlung bezog sich in erster Linie auf das Jahr 2021. Damals seien 16 972 Festmeter Holz vermarktet worden, ungefähr 5000 Festmeter (fm) mehr als im Jahr zuvor, so Förster und fachlicher Berater Stefan Failner. 11 500 fm davon waren Fichten und über 5000 fm Kiefern. Das vermarktete Laubholz macht dem Geschäftsbericht zufolge gerade einmal gut 300 fm aus. Als positiv bewertete es der Sprecher, dass die FBG zu Jahresbeginn 1723 Mitglieder und damit fast 30 mehr als im Jahr zuvor hatte. Sie alle zusammen bewirtschaften eine Mitgliedsfläche von 12500 Hektar Wald, das sind 230 mehr als im Vorjahr.

Politische Entscheidungen fehlgeleitet

Ehrenvositzender Hans Escherich, der die FBG viele Jahre lang geleitet hatte, prangerte in seinem Grußwort einige politische Entscheidungen an. So sei es unverständlich, dass in der gegenwärtigen Situation bei der Energieversorgung Brennholz bei der Wärmeversorgung gedeckelt und über die sogenannte CO2-Bepreisung – laut Escherich eine Umschreibung für Besteuerung – belastet werden soll. „Von den Landesregierungen, und dem EU-Parlament, die dem anscheinend auch schon zugestimmt haben, bin ich enttäuscht“, so der Ehrenvorsitzende.

Eine Ehrung wurde bei der Versammlung dem bisherigen Leiter des Amtes für Landwirtschaft Bayreuth-Münchberg Georg Dumpert zuteil. Er war zuletzt über dreieinhalb Jahre lang Leiter des Amtes und zuvor drei Jahre lang Chef des Bereichs Forsten. Während all dieser Jahre habe Georg Dumpert auch die FBG Pegnitz unterstützt und hervorragend fachlich beraten. „Durch Georg Dumpert hat unsere FBG an Professionalität gewonnen“, sagte Vorsitzender Werner Lautner. Wegen Krankheit verhindert war der bisherige forstliche Berater Klaus Eisinger. Er erfuhr ebenfalls eine Ehrung für sein langjähriges Wirken von Juli 2005 bis März 2022.

Der Wald werde mit Sicherheit eine Zukunft haben, sagte Landrat Florian Wiedemann. Er zollte den Waldbesitzern seine Anerkennung für deren tägliche Leistung zum Wohl der Allgemeinheit, für die vielfältigen Aufbauarbeiten und deren Engagement.