Wettbewerb

Ausgleichsflächen vor der Linse

Fotograf
Alexandra Königer
Alexandra Königer
am Montag, 19.07.2021 - 14:20

Der Landesbund für Vogelschutz sucht Motive aller Art zum Thema Ausgleichsflächen. Nicht überall stimme laut LBV die Umsetzung.

Hilpoltstein/Mfr. - Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) hat einen Fotowettbewerb zu Ausgleichsflächen gestartet. Gesucht werden bis 31. August Fotos von Ausgleichsflächen, die es überall in Bayern gibt. Zu finden sind die Flächen in der LBV-App AuFi. Die Online-Anwendung ist unter www.lbv.de/aufi frei zugänglich und basiert laut LBV auf den öffentlichen Informationen des Ökoflächenkatasters, an das alle Ausgleichs- und Ersatzflächen gemeldet werden sollen.
Der LBV sucht Fotos von Flächen, die artenreiche Biotope sind – oder auch wo die Umsetzung mangelhaft ist.

Die Bilder können unter www.lbv.de/aufi-fotowettbewerb eingereicht werden. Unter den Teilnehmern der sieben Landkreise mit der größten Beteiligung werden je sieben Preise aus dem LBV-Naturshop im Gesamtwert von über 3000 Euro verlost. Dabei zählt die Anzahl der Teilnehmenden, nicht der Fotos. Ausgewählte Fotos will der LBV auf seiner Website veröffentlichen. Zu möglichen Ausgleichsmaßnahmen zählen Streuobstwiesen und Magerrasen, Auwälder, Fluss- und Moorrenaturierungen – und viele mehr. Daher ruft der LBV dazu auf, beim Fotografieren Rücksicht auf die Tier- und Pflanzenwelt zu nehmen.

Doch nicht überall stimmt die Umsetzung. Schon im Frühjahr 2018 sprach ein Vertreter des Umweltministeriums im Landtag von „administrativen Mängeln“ und „Vollzugsdefiziten“. Nur ein Viertel aller Ausgleichsmaßnahmen entspreche den gewünschten Standards. Untersuchungen im Landkreis Ebersberg hatten damals ergeben, dass die Kontrolleure ein Viertel der Flächen überhaupt nicht mehr finden konnten. Die Hälfte der Flächen wiesen Mängel auf, waren Holzlager oder sogar Müllablageorte. Die Ergebnisse seien auf ganz Bayern übertragbar. Für den Foto-Wettbewerb eignen sich laut LBV „alle Motive zum Thema Ausgleichsflächen“. Aus Sicht des LBV sind die Zuständigkeiten bei Verfahren und Vorhabensträgern häufig nicht transparent. Diese Umstände würden die Überprüfung und Erfolgskontrolle von Kompensationsmaßnahmen erschweren. Grundsätzlich verantwortlich für die Durchführung der Kompensationsmaßnahmen sei der Eingriffsverursacher, für die Kontrolle sei diejenige Behörde zuständig, die den Eingriff genehmigt hat.