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Auslandseinsatz

Auf Achse: zwei deutsche Junglandwirte zur Ernte in Lettland

Lukas und Clemens machen Feierabend und haben den Anlass genutzt zusammen ein Bild zu machen. Der erste Druschtag verlief gut.
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Externer Autor
am Montag, 29.08.2022 - 15:01

Lukas und Clemens haben gerade ihre Ausbildung zum Landwirt beendet. Sie wagen jetzt den Blick über den Tellerrand und schauen was sie aus dem Ausland für ihre eigenen Betriebe mitnehmen können.

Lukas bearbeitet einen Schlag mit rund 70 ha.

Lukas 21 Jahre alt kommt aus Eifel in Rheinland-Pfalz. Clemens ist auch 21 Jahre alt und aus der Region nördlich von Hannover. Zusammen besuchten sie zwei Jahre die Justus-von-Liebig Berufsschule in Hannover und schlossen Mitte Juli erfolgreich ihre Ausbildung zum Landwirt ab. Gemeinsam fassten sie einen Beschluss: Erfahrung im Ausland sammeln. Wie es dazu kam und was sie erlebten, erzählen sie selbst.

Wie kam es dazu?

So sieht das Beladen der Schlauchmaschine aus der Vogelperspektive aus. Ein Schlauch fast rund 250 t Weizen auf etwa 75 Meter Länge.

Clemens und ich haben beschlossen nach unserer Ausbildung die Landwirtschaft im Ausland kennenzulernen. Was sind die Chancen und Nachteile im Vergleich zu uns in Deutschland. Wie sind die Witterungen, kann man vielleicht etwas zuhause anders machen? Fragen wie diese begleiten uns auf unserer Reise. Unser Ziel war eigentlich Kanada. Durch Zufall sind wir in Kontakt mit Gerhard Odinga gekommen, der einen Betrieb in Lettland bewirtschaftet. Daher beschlossen wir den Betrieb im Februar 2022 zu besuchen. Von da an wollten wir auch unbedingt die Ernte in Lettland miterleben.

Abbunkern während der Fahrt auf dem Betrieb Odinga.

Nach der Ernte in Lettland geht es für uns beide weiter nach Australien. Nun sind wir hier: Clemens auf dem Betrieb von Gerhard Odinga und ich, Lukas auf einem Betrieb an der Westküste Lettlands. Wir werden für alle anfallenden Arbeiten eingesetzt. Von der Reparatur bis Mähdrusch und umbauarbeiten am Hof, Aussaat und vieles mehr.

Die Betriebe in Lettland

Lukas und Clemens machen Feierabend und haben den Anlass genutzt zusammen ein Bild zu machen. Der erste Druschtag verlief gut.

Der Ackerbaubetrieb von Gerhard Odinga liegt 50 km südlich der Hauptstadt von Riga rund 40 m über dem Meeresspiegel. Die rund 1.800 ha landwirtschaftliche Nutzfläche teilen sich in 500 ha Raps und 1300 ha Weizen auf. Die Fruchtfolge lautet derzeit Weizen-Weizen-Raps. Das ändert sich allerdings immer wieder. Der Weizen und Raps werden an der eignen Hoftrocknung und Reinigung nach Bedarf getrocknet, gereinigt und ab dann von Speditionen abgeholt und zum Hafen gebracht. Gestartet sind wir mit der Weizenernte am 29.07.2022 und schlossen sie am 21.08.2022 ab.

Gerhard Odingas Mähdrescher im Einsatz:  Ein Case 9230 mit 12 Meter Honey Bee Schneidwerk.

Der Fuhrpark ist sehr umfangreich. Ein paar Highlights sind: vier Quadtracts, ein Fendt 724, zwei JCB 4220, ein JCB 8330, zwei MF (6490 und 6722), drei Überladewagen und vier Mähdrescher (3 New Holland und ein Case).

Erster Tag der Rapsernte.

Mein Betrieb, auf dem ich als Erntehelfer arbeite, befindet sich an der Westküste Lettlands. Der Betrieb wird von zwei deutschen Betriebsleitern geführt und ist auf drei Hofstellen aufgeteilt. Der eine Hof liegt bei Ventspils, der andere in Skrunda und die dritte Betriebsstelle in Gudenieki. Zusammen bewirtschaften die drei Betriebe rund 7.500 ha. Aktuell beschäftige ich, Lukas mich hauptsächlich mit der Bodenbearbeitung. Mit dem Horsch Terrano lockere ich gerade mit dem 8430 John Deere die Fahrgassen auf. Zwei lettische Kollegen säen im Striptill-Verfahren mit der Horsch Focus (6 m) Raps in die Weizenstoppeln. Da der Bodenteilweise sehr hart ist, grubbert er ganzflächig, damit die Rapsaussaat leichter geht. Manche Felder habe ich vorher aufgrund der teilweise schlechten Strohquerverteilung mit dem Striegel (9 Meter) bearbeitet. Auf manchen Feldern fahre ich nach der Aussaat mit der Cambridge Walze (12 m), um einen besseren Bodenschluss zu erreichen und die dicken Gluten klein zu bekommen. Bis zum 20.08 konnte hier Raps aufgrund der Vegetation ausgesät werden. Die letzten 20 ha Raps habe ich mit der John Deere Drille ausgesät. Der Fuhrpark besteht aus mehreren John Deeres von 200 bis 410 Ps (Mehrere 6R, 7R und 8R). Des Weiteren gibt es vom damaligen Vorbesitzer zwei Quadtracs. Bei der Bodenbearbeitung und Aussaat wird hauptsächlich auf Horsch und John Deere gesetzt. Die Druschtechnik konzertiert sich auf mehrere Claas Fabrikate (Lexion 580 bis Lexion 8700).

Die Mähdrescher und Überladewagen, des Betriebs Odinga.

(as)●