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Preisverleihung

Zukunftskommission: Umweltpreise für Muus und Rapior

Josef koch
Josef Koch
am Dienstag, 06.09.2022 - 14:25

Umweltstiftung vergibt Ehrenpreise an die beiden ehemaligen Jugendvertreterinnen für ihre Arbeit in Zukunftskommission Landwirtschaft.

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Späten Lohn ernten die ehemalige Landjugendvorsitzende Kathrin Muus und die Ex-Jugendvertreterin im Bundesvorstand des BUND Myraim Rapior. Beide erhalten jeweils 10.000 € als Ehrenpreis der Deutschen Bundesstiftung für Umwelt (DBU). Überreicht wird der Preis am 30.Oktober in Magdeburg durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Kathrin Muus war von 2018 bis 2022 Bundesvorsitzende beim Bund der Deutschen Landjugend. Myriam Rapior, war als damalige Jugendsprecherin des BUND von 2019 bis Ende 2021 Mitglied im Bundesvorstand der BUNDjugend.

 

DBU: herausragende Arbeit

Die DBU begründet die Verleihung des Umweltpreises an die beiden ehemaligen Jugendvertreter, weil ihnen gelungen ist, in der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) Konflikte zwischen Landwirtschaft und Umweltschutz zu überwinden, die lange Zeit als unüberwindbar galten.

Muus und Rapior haben in der ZKL gemeinsam die Vision einer ökologischen, sozial nachhaltigen und zugleich ökonomisch tragfähigen Agrarwirtschaft entworfen. Aus Sicht der Stiftung ist dies eine „herausragende Arbeit“.

Der grüne Bundesagrarminister Cem Özdemir betonte zuletzt immer wieder, auf dies Vorarbeiten der Zukunftskommission aufbauen zu wollen. Allerdings hat es die Ampelregierung bisher nicht geschafft, Aspekte daraus umzusetzen. Auch die Vorschläge der Borchert-Kommission zum Umbau der Tierhaltung  stoßen auf erhebliche politische Umsetzungsprobleme.

Maßgeblicher Anteil an Zusammenführen zweier Welten

Die beiden Jugendvertreter Muus und Rapior haben nach Auffassung von DBU-Generalsekretär Alexander Bonde das Zustandekommen des ZKL-Abschlussbericht maßgeblich durch ihre konstruktive Zusammenarbeit ermöglicht und „entscheidend zu einem Einigungsprozesses beigetragen“.

„Die beiden zeigen, wie Naturschutz mit ökonomisch tragfähiger Landwirtschaft Hand in Hand gehen kann,“ so Bonde. Rapior und Muus hätten „richtungweisenden Anteil daran, dass die Zukunftskommission die Ernährungs- und Agrarpolitik mit den Parametern ökologische Verantwortung, ökonomische Tragfähigkeit und soziale Akzeptanz neu vermessen hat. Darüber hinaus sind sie laut DBU ein „leuchtendes Beispiel“ für das Einbeziehen junger Erwachsener beim Entwickeln von Zukunftslösungen.

Zukunftsvision fast unverändert übernommen

„Wir haben unsere und andere Jugendverbände eingebunden und um Meinungen gebeten“, sagt Rapior. Daraus sei schließlich ein gemeinsames Zukunftspapier entstanden. „Wir brauchen auch in anderen Bereichen viel mehr Austausch, um für komplexe Probleme die besten Lösungen zu finden“, so Rapior.

„Unsere Zukunftsvision wurde von der ZKL nahezu wortgetreu übernommen“, ergänzt Muus. Daraus sei ein Leitbild entstanden, an dem sich weitere Empfehlungen des Gremiums und der einstimmig beschlossene Abschlussbericht orientiert hätten. „Unser Zukunftsbild führte bei vielen zur Einsicht, dass eine tiefgreifende Transformation der Agrar- und Ernährungswirtschaft für Landwirte, Nutztiere sowie für Umwelt und Klima unverzichtbar ist“, sagt Muus.

 

ZKL vor zwei Jahren gegründet

Die Zukunftskommission Landwirtschaft wurde im Juli 2020 unter dem Eindruck zunehmender Agrar- und Umweltproteste aufgrund des Insektenschutzgesetzes von der damaligen Bundesregierung gegründet. Sie bestand aus Vertreterinnen und Vertretern von Landwirtschaft über Wirtschaft und Verbraucher sowie Umwelt und Tierschutz bis hin zur Wissenschaft.

Hauptaufgabe des Gremiums war für die Regierung, Empfehlungen für Wege zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft vorzulegen. Im Juli 2021 legte die ZKL ihren Abschlussbericht vor.