Agrarpolitik

Zukunftskommission: Agrarblogger teilen Begeisterung nicht

Josef Koch
Josef Koch
am Mittwoch, 14.07.2021 - 07:00

Vier Agrarblogger fordern von den Spitzen Erklärungen zum Abschlussbericht der Zukunftskommission Landwirtschaft.

Feldroboter für den Pflanzenbau

Die meisten Agrarverbände sehen den Abschlussbericht der Zukunftskommission Landwirtschaft als Erfolg. An der Basis kommt allerdings Unmut auf. Zuerst kritisierte die Interessensorganisation Freier Bauern den Kompromiss, jetzt fordern die vier Agrarblogger Bernhard Barkmann, Nadine Henke, Susanne Günther und Dr. Willi Kremer-Schillings (Bauer Willi) von den Spitzen der beteiligten Agrarverbände in einem Offenen Brief Erklärungen. Sie sendeten ihren Brief an DBV-Präsident Joachim Rukwied, Raiffeisenpräsident Franz-Josef Holzenkamp, DLG-Präsident Hubertus Paetow und die LsV Deutschland-Sprecher Claus Hochrein und Anthony Robert Lee.                     

Die Blogger wollen deren Antworten auf ihren Social-Media-Kanälen veröffentlichen. Sollte bis Ende Juli keine Antwort erfolgen, soll dies ebenfalls öffentlich werden.

Erklärungen gefordert

So ist den Agrarbloggern nicht klar, wie die Bedenken und Ängste, die seit dem Herbst 2019 zu den Demonstrationen geführt haben, mit diesem Papier ausgeräumt werden sollen. Dies auch vor dem Hintergrund, dass sämtliche Punkte des von den Landwirten kritisierten Agrarpaketes mittlerweile gesetzlich verankert wurden, ohne dass wesentlich auf die Belange der vielen demonstrierenden Landwirtinnen und Landwirte eingegangen worden wäre, meinen die vier Unterzeichner.

Sie bitten die Verbandsspitzen, warum "Sie das Ergebnispapier der ZKL unterschrieben haben. Warum sollen wir, warum sollen unsere Hofnachfolger/innen nach diesem Papier nun hoffnungsvoll in die Zukunft blicken und investieren? Was hat die Landwirtschaft für die Zukunft gewonnen?"
 

Unverständnis über angeblich 90 Mrd. € Schaden

Unverständnis äußern die Agrarblogger in ihrem Brief, dass laut ZKL-Abschlussbericht die deutsche Landwirtschaft einen jährlichen Schaden von 90 Mrd. € verursacht. Des Weiteren werde – völlig unkonkret – festgehalten, dass „die Landwirtschaft für ihre gesellschaftlichen Leistungen entschädigt werden soll“ ohne jedoch glaubhaft zu belegen, wie eine solche Finanzierung gesichert werden kann. Das gleiche Problem finde sich ja gerade bei der Borchert-Kommission, so die Blogger.

Der Tenor des gesamten Berichtes erweckt bei den vier Unterzeichner den Eindruck, als sei die Bereitstellung von Lebensmitteln zunehmend unwichtiger. Bezahlte Tätigkeiten für Klima-, Natur- und Artenschutz bestimmen zunehmend die Agenda und sollen so zu einer „Transformation“ der Landwirtschaft führen. "Es ist ziemlich genau das Gegenteil dessen, worauf wir mit den Grünen Kreuze aufmerksam machen wollten und was uns nach wie vor Sorgen bereitet", hießt es in dem Schreiben.

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