Gentechnik

Züchtung: SPD-Politiker offen für neue Techniken

Josef Koch
Josef Koch
am Donnerstag, 14.01.2021 - 08:05

Eine Gruppe von SPD-Agrarpolitikern, auch aus Bayern, plädiert, neuen Züchtungsmethoden gegenüber offen zu sein.

Müller Ruth-Fehlner Martina

Eine Gruppe von SPD-Agrarpolitikern spricht sich in der „Odenwälder Erklärung“ dafür aus, offener gegenüber neuen Züchtungstechniken in der Landwirtschaft zu sein. „Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigten, dass neue Züchtungsmethoden dabei helfen können, die Landwirtschaft produktiver und gleichzeitig umweltfreundlicher zu machen“, heißt es in der Erklärung. Auch wenn es in der Öffentlichkeit nach wie vor Ängste vor Umwelt- und Gesundheitsrisiken gebe, sollte ein verantwortungsvoller Einsatz der modernen Technologien nach gründlicher Prüfung möglich sein, so die Gruppe der SPD-Politiker.

Aus Bayern haben das Papier die Landtagsabgeordneten Ruth Müller und Martina Fehlner unterzeichnet. Prominenteste Unterzeichner sind der amtierende Agrarminister Mecklenburg-Vorpommerns, Till Backhaus, sowie der ehemalige niedersächsische Agrarminister Uwe Bartels.

Zunkunftskommission muss Strategien zusammenführen

Für die Unterzeichner ist klar, dass notwendige Neuausrichtung der Agrarpolitik nur im Dreiklang von „Verbraucher:innen, Natur und den in der Landwirtschaft arbeitenden Menschen“ zu dem gewünschten Erfolg führen kann. Die Sozialdemokraten für hochwertige Lebensmittel und zu einer nachhaltigen Ernährungs- und Landwirtschaft.

Ebenso sprechen sich die SPD-Agrarpolitiker in der Erklärung für eine zügig Umsetzung der Vorschläge der Borchert-Kommission zur Nutztierhaltung aus. Die entstehenden höheren Kosten für Stallumbauten etc. seien über öffentliche Mittel und eine angemessene Beteiligung über Verbraucherpreise auszugleichen.

Sie appellieren an die Zukunftskommission Landwirtschaft, ergebnisorientiert zu arbeiten und die Nutztier- und Ackerbaustrategie des Bundes zusammenführen. Tierärztliches Fachwissen ist hierbei einzubinden, so die Unterzeichner.

Bodenmarkt regulieren und Bürokratie abbauen

Gleichzeitig sollten Bund und Länder ein Agrarstrukturgesetz auf den Weg bringen. Boden dürfe nicht mehr genehmigungsfrei über sogenannte Share Deals an außerlandwirtschaftliche Investoren gehandelt werden. Damit wollen die Sozialdemokraten der Konzentration von Agrarland in der Hand landwirtschaftlicher Großkonzerne oder außerlandwirtschaftlichen Investoren wirkungsvoll entgegentreten.

Ebenso spricht sich die Gruppe gegen eine Überregulierung und –bürokatisierung der Landwirte aus. Durch die Entwicklung smarterer Programme, auch mit Hilfe der Digitalisierung als Werkzeug, könne man die Landwirte bei der Bearbeitung von Formularen und notwendigen bürokratischen Prozessen in Zukunft entlasten Für die Nutzung der Digitalisierung in der Landwirtschaft ist die Infrastruktur zu schaffen und die Anwendung für alle Betriebsgrößen sicherzustellen, insbesondere auch für den Vermarktungsbereich. Die Datenhoheit verbleibt bei den landwirtschaftlichen Betrieben, so die Erklärung.

Zu einer vielfältigen Agrarstruktur gehört nach Meinung der SPD-Gruppe auch die Nebenerwerbslandwirtschaft. Die Sozialdemokratie habe schon immer diese Betriebsform besonders unterstützt.