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Wolfsmanagement: Überraschendes aus der Schweiz

Josef koch
Josef Koch
am Montag, 18.07.2022 - 12:08

Umweltorganisationen plädieren für Wolfsentnahme in Graubünden.

Wolfsrudel

Von einem „Paukenschlag“ in Sachen Wolfsmanagement in der Schweiz spricht der Tiroler Bauernbundobmann Josef Geisler. Im Kanton Graubünden kursiere ein Dokument, in dem die Umweltorganisationen Pro Natura, WWF und die Gruppe Wolf Schweiz geschlossen ein „rasches und zielgerichtetes Handeln des Kantons Graubünden beim Abschuss von Problemwölfen“ fordern.

Anlass dieses Schreibens ist das Verhalten eines Wolfsrudels im Steifgebiet um den Piz Beverin, weil es ein Rissverhalten an den Tag legt, von dem bis jetzt angenommen wurde, dass Wolfsrudel so etwas nicht tun würden. So riss das Rudel in den vergangenen Jahren und verstärkt in den letzten Monaten Kälber, einen Esel, näherte sich Menschen und sorgt nun seit einigen Tagen für Aufregung, weil es damit beginnt, Mutterkühe anzugreifen.

Bereits beim Alpen.Gipfel.Europa, den das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt präsentierte,  haben sich Ende Juni zahlreiche Verbändevertreter der Almwirtschaft aus den Alpenländern in einem gemeinsamen Papier für eine leichtere Entnahme von Wölfen ausgesprochen. 

Auch im Wallis gibt es Genehmigung für Abschuss

Auch im Kanton Wallis wurde kürzlich ein Wolf zum Abschuss freigegeben, weil er in relativ kurzer Zeit 14 Schafe aus geschützten Herden gerissen hat. Nach Meinung Geislers kommt man in der Schweiz mehr und mehr zur Einsicht, dass der praktizierte Herdenschutz in vielen Bereichen nicht funktioniert und so die alpine Weidewirtschaft ernsthaft gefährdet ist.

„Die Situation in der Schweiz und im Speziellen im Kanton Graubünden gibt Anlass, auch in Österreich rasch zu handeln“, fordert der Tiroler. Er erwartet auch von österreichischen Umwelt- und Naturschutzorganisationen eine Kehrtwende wie in der Schweiz.

Dort hätten nun sogar Umweltorganisationen eingesehen, dass es so nicht weitergehe. „Der Wolf ist mit der alpinen Landwirtschaft nicht vereinbar“, so Geisler. Er verlangt von den Entscheidungsträger auf EU-Ebene und Vertretern sämtlicher Umwelt- und Naturschutzorganisationen, sich beim Wolf der Realität zu stellen, damit endlich Bewegung in die Sache kommt - bevor es zu spät ist.

Mit Material von aiz
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