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Wolfsmanagement

Wolf: Union fordert Bund Bestandsmanagement wie in Schweden

Wolf-Anschleichen
Josef koch
Josef Koch
am Donnerstag, 29.09.2022 - 08:42

Bundestag debattiert heute über den Antrag der CDU/CSU-Fraktion.

Mit dem Wolfsmanagement beschäftigen sich am heutigen Donnerstag (29.9.) die Bundestagsabgeordneten. Die Debatte ist für den späten Nachmittag angesetzt. Grund ist ein Antrag der die CDU/CSU-Fraktion zum Bestandsmanagement. Darin fordern sie ein Wolfsbestandsmanagement nach dem Vorbild von EU-Staaten wie Schweden, Finnland oder Frankreich, Im Anschluss an eine gut 40-minütige Debatte soll der Antrag zur Beratung in den Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft überwiesen werden.

„In bestimmten ländlichen Regionen Deutschlands fühlen sich die Menschen nicht mehr sicher vor dem Wolf. Daher muss nun schnell etwas passieren“, meint die Umweltsprecherin Anja Weisgerber. Aus ihrer Sicht liegt die Lösung auf der Hand, wie das Beispiel anderer EU-Länder zeigt: „Wenn ein günstiger Erhaltungszustand erreicht ist, werden Wölfe dort unter bestimmten Voraussetzungen bejagt. So definiert Schweden eine Untergrenze für die Population.“

Erst am Montag hatte eine Mehrheit von 17 EU-Staaten die EU-Kommission aufgefordert, den strengen Schutzstatus des Wolfes in der FFH-Richtlinie zu lockern.

 

Erfolgreiche Beispiel aus Schweden, Finnland und Frankreich

Zur Begründung schreiben die Unions-Abgeordneten, dass die Änderungen im Bundesnaturschutzgesetz im Jahr 2020, mit denen eine vereinfachte Entnahme von Wölfen beabsichtigt war, nicht die erhoffte Entlastungswirkung entfaltet hätten.

Hingegen zeige das Wolfsbestandsmanagement in anderen EU-Mitgliedsstaaten wie Frankreich, Schweden oder Finnland praxisgerechte und -konforme Möglichkeiten auf, wie unter geltenden europäischen artenschutzrechtlichen Bestimmungen ein nachhaltiges Wolfsbestandsmanagement gestaltet werden könne. Es gelte, den ökologischen, ökonomischen und sozialen Belangen, dem Schutz von Wölfen und Weidetieren wie den Bedürfnissen der Menschen gleichermaßen zu genügen.

Bund soll Erhaltungszustand definieren

Deshalb fordert die Union die Bundesregierung auf, „den Erhaltungszustand des Wolfes in Deutschland unverzüglich zu definieren, jährlich zu bewerten und die Vernetzung und den Austausch der deutschen Wolfsbestände mit ihren Herkunftspopulationen in Ost- und Südeuropa und deren Größe mit zu berücksichtigen“.

Zudem sollte der Bund die Kriterien und deren Gewichtung detailliert offenlegen, die der regelmäßigen Meldung des Erhaltungszustandes des Wolfes nach Brüssel zugrunde liegen. Zu einem „effektiven Wolfsbestandsmanagement“ gehöre aus Unionssicht zudem ein Gesetzentwurf zur Änderung des Bundesjagdgesetzes, der die Aufnahme des Wolfes in den Katalog der jagdbaren Arten vorsehe.

Für Agrarsprecher Albert Stegemann funktioniert eine Weidetierhaltung in Deutschland ohne eine wirksame Regulierung des Wolfes nicht. Es sei illusorisch zu glauben, dass Zäune oder Hunde die Wölfe davon abhalten würden, Weidetiere zu reißen.

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