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Wolfsnachweis

Wolf in Oberbayern überfahren - Zusammenhang mit Jungrinderabsturz?

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Kilian Pfeiffer
am Montag, 13.06.2022 - 11:30

BBV-Umweltpräsident Koehler bringt den bei Bischofswiesen überfahrenen Wolf mit neun abgestürzten Rindern in Verbindung.

Bischofswiesen/Lks. Berchtesgadener - In der Nacht von Samstag, 10.6., auf Sonntag, 11.6.2022, wurde zwischen Bischofswiesen und Bayerisch Gmain ein Großraubtier überfahren. Dass es sich bei dem überfahrenen Tier zwischen Berchtesgaden und Bischofswiesen um einen Wolf oder einen Wolfshybriden handelt, da ist sich Stefan Köhler, Umweltpräsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), ziemlich sicher.

Im Gespräch mit dem Wochenblatt nennt Köhler das Tier in einem Atemzug mit dem Absturz von neun Jungrindern von der Zellerwand im oberbayerischen Schleching. Und er rügt das Landesamt für Umwelt (LfU) für dessen Informationspolitik.

Poizei meldet Autoubfall mit vermutlichem Wolf

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Die Polizei Berchtesgaden hatte am Sonntagmorgen gemeldet, dass an einem Autounfall „vermutlich” ein Wolf beteiligt gewesen sei. Am Eisenrichter Berg in Bischofswiesen war es zu einem Zusammenstoß mit einem beteiligten Pkw gekommen, bei dem das Tier getötet worden war.

Ein 18-jähriger Fahrer hatte das Tier, „mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Wolf”, wie die Polizei schreibt, frontal erfasst. Sie stützt sich dabei auf Aussagen eines hinzugezogenen Jägers.

Zusammenhang mit dem Absturz von Jungrindern an der Zellerwand?

Umweltpräsident Stefan Köhler sagt, dass mit dem Wolfsfund unter Umständen auch der Absturz der Jungrinder von der Zellerwand geklärt werden könnte. „Das Landesamt für Umwelt hat den Vorfall runtergeredet und davon gesprochen, dass ein Gewitter oder Hornissen für den Tod der Rinder verantwortlich sein könnten“, so Köhler. Allerdings: „Ein Gewitter gab es zu diesem Zeitpunkt nicht.“

Nur 45 km Distanz - für einen Wolf kein Problem

Zwischen Schleching und Bischofswiesen liegen nur rund 45 km Luftlinie. „Für den Wolf ist diese Distanz kein Problem”, sagt Köhler. Seine Forderung: „Das Tier muss ordentlich beprobt und die Landwirte in Schleching entschädigt werden.”

Hybride oder Wolf? Genanalyse zum Abgleich

Am Sonntagmorgen hatte sich der Umweltpräsident an Staatsministerin Michaela Kaniber und Umweltminister Thorsten Glauber gewandt, um diese Beprobung einzufordern. Denn: „Jetzt bietet sich die Chance, zweifelsfrei zu untersuchen, ob es sich um einen reinrassigen Wolf oder einen Hybriden handelt”, so Köhler. Dies sei ein „wichtiger Schritt zur Transparenz”. Auch, weil der Schutzstatus eines Wolfes ein ganz anderer sei als jener eines Hybriden. Der Unfall müsse „als Wolfsnachweis verwendet werden”, um den Absturz der Jungrinder von der Zellerwand zu erklären.

Die Polizei teilt mit, dass die zuständigen Fachbehörden, die die weiteren Untersuchungen durchführen, verständigt wurden. Ihnen soll nun auch der Tierkörper übergeben werden.