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Wolfsmanagement

Wolf: In Niedersachsen sollen 10% der Wölfe entnommen werden

Josef koch
Josef Koch
am Freitag, 30.09.2022 - 10:25

SPD-Umweltminister Olaf Lies sieht guten Erhaltungszustand erreicht. Bestand soll sich auf 500 Wölfe belaufen.

Lies-Olaf (SPD), Niedersachsen

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies hat sich für eine klare Regulierung des Wolfsbestandes ausgesprochen. Wenige Tage vor der Landtagswahl am 9. Oktober 2022 schlug der SPD-Politiker eine Abschussquote von 10 % vor. Den Bestand im Land bezifferte er bei der Fachtagung „Wolf und Weidetiere - Wie geht es weiter mit der Wolfspolitik in Niedersachsen?“ in Visselhövede auf rund 400 Wölfe.

Der Bestand sei nicht gefährdet, die Wolfspopulation würde trotzdem wachsen. „Mehr als 500 Wölfe verträgt das Land nicht“, betonte Lies. Der günstige Erhaltungszustand sei bereits erreicht.

Gestern debattierte der Bundestag auf Antrag der Union über ein aktives Wolfsmanagement wie in Skandinavien.
 

685 tote Tier durch Wolfsrisse

Derweil mahnte der Vizepräsident des Landvolkes Niedersachsen und Sprecher des Aktionsbündnisses Aktives Wolfsmanagement, Jörn Ehlers, ein schnelles Handeln der Politik an, auch was die Entschädigung bei Nutztierrissen angeht. „Dann hat die Weidetierhaltung in Niedersachsen noch eine Chance“, so Ehlers. 44 Wolfsrudel, vier residente Einzelwölfe und ein Grenzgänger in 48 Wolfsterritorien seien aktuell für Niedersachsen erfasst. Im vergangenen Monitoringjahr seien 241 Wolfsübergriffe mit 685 toten Tieren verzeichnet worden.

„Trotz des gewaltigen, nicht nur finanziellen Aufwandes für den Herdenschutz bleiben die Risszahlen auf diesem erschreckend hohen Niveau“, stellte Ehlers fest. Deshalb fordere das Aktionsbündnis eine sofortige Bestandsregulierung sowie den Ausschluss bestimmter Regionen als Ansiedlungsgebiete für Wölfe, also wolfsfreie Regionen. „Alle vom Wolf verursachten Kosten - inklusive der folgenden Unterhaltungskosten - müssen verlässlich ersetzt werden“, betonte der Landvolkvizepräsident.

Grüne beklagen verhärtete Fronten

Auch der CDU-Abgeordnete Dr. Marco Mohrmann hält ein aktives Wolfsmanagement für nötig, um Wölfe im größeren Stil töten zu können. Mit der Feststellung des günstigen Erhaltungszustands und wolfsfreier Zonen sieht Mohrmann 300 bis 500 Tiere für Niedersachsen als verkraftbar an. FDP-Agrarsprecher Hermann Grupe warnte, ohne Regelung werde Niedersachsen bald 2 000 Wölfe haben, aber keine Weidetierhalter mehr. Es gebe Gebiete in Niedersachsen, die die höchste Wolfsdichte weltweit aufwiesen. Grupe sieht schon bei 300 Wölfen die Grenze für Niedersachsen erreicht.

Der frühere Landwirtschaftsminister Christian Meyer von den Grünen beklagte „verhärtete Fronten“ Er plädierte für eine verstärkte Prävention und notfalls Entnahme von Problemwölfen. Meyer wollte allerdings keine Zahl zur Grenze für Niedersachsens Wolfsbestand abgeben.

Mit Material von AgE
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