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Wolfsmonitoring

Wolf: Von der Leyen lässt Bestandszahlen überprüfen

Von der Leyen
Josef koch
Josef Koch
am Mittwoch, 30.11.2022 - 14:36

Laut EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kann Deutschland aber bereits Schutzstatus lockern.

Brüssel/Berlin In Sachen Wolf gibt es inzwischen Bewegung in der EU-Kommission. Grund ist der jüngste Parlamentsbeschluss EU-Parlaments nach einem Absenken des Schutzstatus für große Beutegreifer, wie den Wolf. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat in einem Schreiben an die EVP-Abgeordneten erläutert, die Dienststellen der Kommission angewiesen zu haben, eine eingehende Analyse der Populationsdaten durchzuführen. Dazu findet sie es für hilfreich, wenn die EVP-Fraktion der Kommission auch die „Ihnen vorliegenden Informationen und Zahlen übermitteln könnte, damit auch diese in die Analyse mit einfließen“.

Zudem erkenne die Kommission, dass die Rückkehr von Wölfen in Gebiete, aus denen sie seit Langem verschwunden waren, sowie ihre wachsende Zahl zu Konflikten führe, räumt von der Leyen ein. So gebe es vermehrt Berichte über Wolfsangriffe auf Tierbestände und steigende Risiken für Menschen vor Ort.

Von der Leyen zeigt Möglichkeiten auf

Gleichzeitig verweist von der Leyen aber darauf, dass Deutschland bereits durchaus handeln könne. So hätten Mitgliedstaaten im Rahmen der Habitat-Richtlinie schon heute „beträchtliche Möglichkeiten“, von der strengen Schutzregelung abzuweichen.

Nach Artikel 16 der Richtlinie könnten die Mitgliedstaaten im Interesse der Volksgesundheit und der öffentlichen Sicherheit Ausnahmeregelungen erlassen, schreibt die Kommissionspräsidentin. Die Richtlinie erlaube dies, wenn nach sorgfältiger Prüfung zwingende Gründe des öffentlichen Interesses überwiegen.

Laut von der Leyen steht die EU-Kommission den Mitgliedstaaten nicht im Wege, von den verschiedenen Ausnahmetatbeständen im Einklang mit der Richtlinie Gebrauch zu machen. Damit meint sie offenbar, das Erstellen eines Managementplans, ähnlich wie in Schweden. Dort darf jährlich eine bestimmte Anzahl an Wölfen gejagt werden.

Union fordert Ampel zum Handeln auf

Das Schreiben aus Brüssel nehmen Unionsabgeordnete zum Anlass, die Ampelregierung zum Handeln aufzufordern. Dazu erklären, und der zuständige Berichterstatter Klaus Mack:

„Das Schreiben von Kommissionspräsidentin von der Leyen ist ein starkes Signal aus Brüssel, das sie unsere Forderung nach Begrenzung der Wolfsbestände unterstützt. Der Ball liegt nun im Feld der Bundesregierung“, so die die umweltpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion, Anja Weisgerber. Bundesumweltministerin Lemke dürfe davor nicht weiter die Augen verschließen und die Menschen im ländlichen Raum nicht im Stich lassen.“

Für den zuständigen Berichterstatter Klaus Mack ist klar: „Die schwindende Akzeptanz des Wolfes im betroffenen ländlichen Raum macht die Eins-zu-eins-Umsetzung der FFH-Richtlinie in deutsches Recht unerlässlich“. So wäre es sachgerecht, dessen Schutzstatus anzupassen. Schließlich habe sich der Wolf in Europa erfolgreich angesiedelt. Die Bestände seien nicht mehr gefährdet.

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