Tierschutz

Wolf: Klöckner kann sich gezielte Abschüsse vorstellen

Josef Koch
Josef Koch
am Dienstag, 22.06.2021 - 07:55

Bundesagrarministerin Klöckner räumt ein, dass der Schutz des Wolfs im Naturschutzgesetz so nicht mehr aufrecht erhalten werden könne.

Wolfsmanagement

Nach Auffassung von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ist der gute Erhaltungszustand beim Wolf in einigen Bundesländern erreicht. Konkret sprach sie im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" Niedersachsen an. Auch Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg klagen über hohe Wolfsdichten. Im April konnten sich die Umweltminister aller Bundesländer aber nicht auf einen Praxisleitfaden einigen, der die Herausnahme von Problemwölfen erleichtern soll.

Klöckner kann sich daher einen gezielten Abschuss einzelner Wölfe in solchen Regionen vorstellen, in denen bereits viele Wölfe leben, so Nachrichtendienst Agra Europe. "Deswegen setze sich die CDU für ein regionales Bestandsmanagement ein“, so Klöckner im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Die Ministerin betonte, dass sich die CDU nicht mit den wachsenden Problemen abfinden wolle, die der Wolf auf dem Land verursache: „2019 hatten wir durch Wolfsrisse fast 3.000 tote oder verletze Nutztiere. Wo soll das enden, wenn man es einfach ließe?“

Sie könne sehr gut nachvollziehen, dass Eltern um ihre Kinder besorgt seien, erklärte Klöckner. Zugleich stellte sie aber klar, dass es dabei keineswegs darum gehe, den Wolf komplett auszurotten.

Klöckner: Schulzes Haltung ist weltfremd

Die im Jahr 2019 von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Verschärfung des Bundesnaturschutzgesetzes, auch „Lex Wolf“ genannt, hat nach Klöckners Ansicht nicht gereicht, den Umgang mit dem Wolf zu regeln.

„Das habe ich von Anfang an gesagt, aber mit der SPD in der Regierung ging nicht mehr“, so Klöckner. Mittlerweile bekomme sie von SPD-Politikern aus Niedersachsen Briefe, die schärfere Maßnahmen gegen den Wolf forderten. Die Ministerin erklärte, dass sie die Blockadehaltung von Bundesumweltministerin Svenja Schulze für „weltfremd“ halte.

Mit Material von AgE