Protest

Woche der Demos

Demonstration
Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Montag, 13.01.2020 - 14:42

Am Wochenende startet die Grüne Woche. Damit verknüpft sind alljährlich große Protestkundgebungen.

Berlin - In der Vergangenheit hat vor allem die bauernkritische "Wir haben es satt"-Demonstration in Berlin am ersten Samstag der Grünen Woche die Berichterstattung dominiert. Das könnte sich dieses Jahr ändern. Denn Land schafft Verbindung mobilisiert die Bauern in bislang unbekannten Ausmaß. Aber der Reihe nach.

Von Hof bis Berlin

Die Protestwoche hat an sich bereits vergangenen Samstag, den 11.01.2020 begonnen. Landwirte "begrüßten", wie sie selbst es formulierten, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Samstag mit einer Traktor-Demo beim CSU-Neujahrsempfang in Hof.

Am Sonntag, den 12.01.2020 schloss sich Augsburg an. Anlass war wiederum ein Neujahrsempfang für Minister Söder. Rund 2000 Landwirte kamen am Rathausplatz zusammen.

Am 14. Januar startet dann die heiße Phase. "Land schafft Verbindung - das Original" hat für diesen Termin ihren Protest angesagt. Sie hatte am 03. Januar 2020 die Bundesregierung aufgefordert, die geplante Düngerverordnung auszusetzen und nicht im Agrarpolitischen Ausschuss des Bundesrates zu behandeln. Sei dies nicht der Fall, würden Protestkundgebungen folgen. Das Thema ist zwar von der Ausschussliste verschwunden, statt dessen wurde aber der "Green Deal" der EU-Kommission in die Sitzung aufgenommen. Nach Ansicht von "LsV - das Original" sind aus Green Deal für die Landwirtschaft ebenfalls katastrophale Folgen zu erwarten. Der Protesttermin wird deshalb aufrecht erhalten. Für alle, die sich an den Demonstrationen am 14. Januar 2020 beteilligen wollen, sind regionale Telegram Gruppen angelegt worden.

Am 17. Januar folgen dann bundesweite Aktionen von "LsV - Deutschland". Sie sind zum einen als Gegendemos zu der am nächsten Tag stattfindenden "Wir haben es satt"-Veranstaltung geplant. Zum anderen tagt dann der Ausschuss des Bundesrates zu dem bereits oben angesprochenen Thema. In Bayern ist an diesem Tag eine Großkundgebung in Nürnberg anberaumt. Die Schlepper stellen sich vor und auf dem Volksfestplatz bis um 12 Uhr auf. Ab 13.30 werden die ersten Reden beginnen. Sie dauern bis ca. 16 Uhr. In einem Video stellt Dirk Andresen die Beweggründe und einige Hintergründe zur Organisation für die bundesweite Aktion vor. 

Am Samstag, den 18.01.2020 sind dann die Aktionsgruppen von "Wir haben es satt" dran. Sie rekrutieren sich aus Umwelt-, Natur-, Tier- und Verbraucherschützern. Von Seiten der Landwirtschaft sind die AbL und die BÖLW vertreten. Diese Interessengruppen prangerten in der Vergangenheit vor allem unter dem Stichwort "Massentierhaltung"  und "Tierfabriken" aus ihrer Sicht stattfindende Fehlentwicklungen in der Landwirtschaft an. Dieses Jahr wird verstärkt der Klimaschutz hinzukommen.