Lieber Leser

Was wir wirklich alles brauchen

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Sepp Kellerer Portrait 2019
Sepp Kellerer
am Donnerstag, 05.09.2019 - 09:20

Wälder brauchen Hilfe, wenigstens darüber herrscht in der Politik noch Einigkeit, aber das war es dann auch schon.

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Wenn Bundesumweltministerin Svenja Schulze fordert, von Prämien für den Waldumbau sollen die profitieren, die ihn am Nutzen für die Natur und am Klimaschutz ausrichten und nicht an der Holzproduktion, so stellt sich die Frage, wo dann das Holz für die geplante Holzbauoffensive herkommen soll?

Vielleicht nehmen wir es aus der Rodung der Regenwälder, dann brauchen es die Brasilianer nicht mehr verbrennen. Zugegeben, mir fällt dazu auch nichts Neues ein, aber vielleicht muss man die längst bekannten Fakten so oft wiederholen bis sie auch der letzte kapiert hat: Die Nachhaltigkeit wurde in der Forstwirtschaft geprägt und sie besagt, dass man nicht mehr nutzen darf als nachwächst. Die Nachhaltigkeit ruht auf den 3 Säulen Ökonomie, Ökologie und Soziales. Es geht also um Ertrag, es geht um die Natur und es geht um die Menschen. Seriöse Erhebungen belegen, dass es den Waldbesitzern tatsächlich gelingt, Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen unter einen Hut zu bringen. Man muss ihnen also keine neuen Vorschriften machen, sondern sie unterstützen, damit sie auf dem eingeschlagenen Weg zügig weiterkommen.

Fliegen brauchen Sch… Auf diesen einfachen Nenner könnte man die Erkenntnisse bringen, die Landwirt Georg Brunner bei seinen Untersuchungen zur Biodiversität gewonnen hat. Eigentlich leicht nachvollziehbar. Manche von Ihnen, liebe Leser, können sich sicher noch an die Zeit erinnern, in denen es Misthaufen in den Höfen und Schwalben in den Ställen gab.

Mir fällt auch dazu leider nichts Neues ein. Sicher erlebt der Weidegang bei den Rindern wieder eine kleine Renaissance, weil auch effiziente Weidesysteme entwickelt wurden, Stichwort Kurzrasenweide, aber dazu müssen auch die Voraussetzungen passen. Es müssen vom Stall aus sicher erreichbare Weideflächen vorhanden sein. Und eines wollen wir alle nicht zurück: Die mit den Misthaufen im Hof verbundene Fliegenplage in den Häusern.

Menschen brauchen Perspektiven, das zeigte sich erneut beim Internationalen Landjugendseminar in Herrsching. Es ist zwar nichts Neues, aber man darf sich schon mal vor Augen führen, dass die jungen Menschen aus anderen Kontinenten im Zusammenhang mit Landwirtschaft ganz andere Themen in den Vordergrund stellen als wir.