Tierhaltung

Wiener startet Petition für EU-weite Einheitsstandards für Puten

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 27.11.2020 - 09:23

Einheitliche Standards in der Putenhaltung nach österreichischem Standard will die EU-Abgeordnete Sarah Wiener durchsetzen.

Putenmast

Österreichs Geflügelwirtschaft unterstützt EU-weit einheitliche und nach dem Vorbild Österreichs festgelegte Mindesthaltungsbestimmungen für Puten. Das würde auch den heimischen Putenfleischmarkt deutlich fairer gestalten. Dumpingpreise für Putenfleisch aus einer, nach österreichischem Gesetz, nicht tiergerechten Haltung sollten der Vergangenheit angehören. Genau das fordert auch die grüne EU-Abgeordnete Sarah Wiener. Sie hat daher Mitte der Woche eine Petition gestartet, um EU-weite Mindeststandards in der Putenhaltung einzuführen.

Auch Österreichs Agrarministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) soll dem Vernehmen nach die Initiative der grünen EU-Abgeordneten befürworten.

Die Petition richtet sich an die EU-Kommission sowie die EU-Mitgliedsstaaten, endlich zu handeln. „Obwohl der Europarat bereits im Jahr 2001 Empfehlungen für die Haltung von Puten erarbeitet hat, gibt es noch immer keine EU-Richtlinie zur Putenhaltung", kritisiert Wiener.

Österreichische Haltungbedinungen als Vorbild

Als Richtschnur gelten aus Sicht von Sarah Wiener sind die Besatzdichtenbestimmungen für Puten, die im österreichischen Tierschutzgesetz festgelegt sind. Österreich hat die EU-weit höchsten gesetzlichen Mindeststandards für die Putenhaltung. Laut Wiener besteht große Einigkeit unter „zahlreichen österreichischen Bäuer*innen und Expert*innen der österreichischen Geflügelbranche“ über den Handlungsbedarf auf EU-Ebene.

Neben den Mindeststandards fordert die EU-Abgeordnete mit ihrer Petition auch eine ehrliche Kennzeichnung: „Schon im Supermarkt fällt es oft schwer herauszufinden, wo und wie das Tier gehalten und geschlachtet wurde“, so Wiener. Der Großteil des Fleischkonsums aber findet außer Haus statt. Daher sei auch in der Gemeinschaftsverpflegung wie Gastronomie, Krankenhäuser etc. eine ganz klare Herkunfts- und Haltungskennzeichnung nötig,“ verdeutlicht die Mitinhaberin des Gut Kerkows in Brandenburg.

Puten gehören nach Hühnern und Schweinen zu den am dritthäufigsten landwirtschaftlich genutzten Tieren. Allein im vergangenen Jahr wurden EU-weit 190 Millionen Puten geschlachtet.