Politik

Weniger derb und voll digital

Alexandra Königer
Alexandra Königer
am Mittwoch, 17.02.2021 - 17:55

Der Politische Aschermittwoch wandert wegen Corona heuer ins Netz.

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Ernster, weniger derb und digital: Der Politische Aschermittwoch fand heuer nur online statt.

Ob an Rednerpulten, per Video oder in eigens kreierten Kulissen, die Parteien wollten ihre Anhänger auf das Wahljahr einstimmen. Corona dominierte die Debatten.

Hier ein paar Sprüche abseits des Pandemie-Themas:

CSU-Chef Markus Söder

„Das ist wie Tofuwurst und Veggie-Burger – theoretisch möglich, am Ende aber sinn- und geschmacklos.“ (als er den Aschermittwoch als CSU-Original beschreibt und den anderen Parteien lediglich Kopien vorwirft)

„Der Einfluss der Freien Wähler in Berlin  ist ungefähr genauso groß wie auf dem Mond.“ (über seinen Koalitionspartner, der nicht im Bundestag vertreten ist)

„Ich finde, einmal Freie Wähler reicht irgendwie auch.“ (über das Ansinnen Aiwangers, in Berlin mitzuregieren)

„Anton Hofreiter ist der mächtigste bayerische Grüne, inhaltlich wie optisch.“

„Ich umarme lieber Bäume als Anton Hofreiter.“

„Wenn sie in einer Regierung sind, sind sie genau wie alle anderen: Grüne fällen Bäume, teeren Straßen und fahren große Autos.“ (über eine mögliche Regierungsbeteiligung der Grünen).

FW-Chef Hubert Aiwanger

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„Eine schwarz-grüne Koalition im Bund ist ein Schreckgespenst. Wir würden damit eine Partei ins Boot holen, die nur verbieten kann. Eine grüne Seele ist von DDR-Maßnahmen geprägt.“

„Lieber Herr Söder, passens auf, wenn der Kollege Habeck vorbeikommt und er sieht, dass Sie dort Brennholz gestapelt haben neben dem Kachelofen und dort vielleicht Feinstaub produzieren. Nicht, dass er Ihnen die Holzscheite hinterherwirft. Also immer gut aufs Bühnenbild aufpassen und immer gut aufpassen, wen Sie bei der Tür reinlassen.“ (Aiwanger über eine schwarz-grüne Koalition und die CSU-Kulisse, siehe Bild oben)

„Auch die Bauern sind Opfer von Corona. Doch sie hört man nicht so laut wie andere. Hier gleich der Appell an Berlin: Wenn wir von neuen Hilfsangeboten reden, dürfen wir die Bauern nicht vergessen.“
 

Grünen-Fraktionsvorsitzender im Bundestag, Anton Hofreiter

„Wir wollen die Klimakrise beenden und wir wollen dafür sorgen, dass Deutschland mit modernster Technologie weiterhin ein erfolgreicher Industriestandort ist.“

„Es geht beim Artensterben nicht nur um die Rettung der Bienen und Blauwale. Es geht um nichts weniger als die Rettung unserer Lebensgrundlagen. Und deswegen brauchen wir Verbündete, die handeln, nicht nur reden.“

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne)

„Dafür reicht es eben nicht aus, Bäume zu umarmen und gleichzeitig die Windkraft zu bekämpfen. Dafür reicht es nicht aus, das Kruzifix aufzuhängen und gleichzeitig die Schöpfung zu betonieren.“ (zur Klimapolitik der Staatsregierung)

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz

„Ich weiß ja, in Bayern ist vieles größer, aber dass die Steinschleudern ein solches Ausmaß haben, das hätte sicherlich niemand gedacht.“ (über Markus Söder, der das von Scholz „Bazooka“ genannte Konjunkturprogramm als „Steinschleuder ohne Stein“ kritisiert hatte)

„Es ist richtig, dass wir was tun für die Friseure – auch wenn das unterschiedlich intensiv genutzt werden muss. Selbst in meinem Fall, muss man sagen, kann das mein Friseur besser als ich mit meinem Gerät.“ (zur Öffnung der Friseursalons und in Anspielung auf seine kurz geschnittene Frisur)

FDP-Chef Christian Lindner

„Genau dieser Ministerpräsident erklärt also anderen die Tradition des Politischen Aschermittwochs und trinkt aber gleichzeitig Cola light aus dem Bierkrug. Das kommt dabei raus, wenn ein evangelischer Franke Bayern erklären will und deshalb aus München: Prost, lieber Markus.“ (über CSU-Chef Markus Söder)

Bayerns FDP-Chef Daniel Föst

„Bei jedem Thema hüpft Hubert Aiwanger wie ein Rumpelstilzchen wütend um das Lagerfeuer und wenn Kurfürst Markus sagt, ,komm Hubert, setz dich‘, dann setzt sich Hubert Aiwanger brav an den Kabinettstisch.“ (über Hubert Aiwangers Verhältnis zu Söder)

„Ich vermisse Eure körperliche Nähe.“ (zum digitalen Aschermittwoch)

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