Land- und Bezirkstag

Wen wählen?

Thumbnail
Thumbnail
Simon Michel-Berger
am Donnerstag, 27.09.2018 - 11:07

Mir fällt bei dieser Landtagswahl die Entscheidung schwer.

Die Politik ist fest im Griff einer Flüchtlingsdiskussion, die zwar wichtig ist, aber längst nicht das einzige Thema, das die Menschen beschäftigt.

Alleine aus landwirtschaftlicher Sicht könnte man über viele Dinge reden: Hat moderne Landwirtschaft eine Zukunft? Nach den jüngsten Diskussionen um die Ferkelkastration kann man diese Frage nicht mehr uneingeschränkt mit „ja“ beantworten. Welche Zukunft liegt wirklich im Ökolandbau? Noch immer erfreut er sich hoher Zuwachsraten, aber die Politik treibt Landwirte ja gerne in bestimmte Richtungen, um sie dann, nach Wegfall der Förderung, im Ungewissen stehen zu lassen. Man denke nur an die „Ölscheichs von Morgen“.

Dann wäre da noch die Umweltpolitik: Von der Düngeverordnung, über die sehr viele Bauern zu recht fluchen bis hin zur Frage, wie wir unsere Böden in gutem (und unversiegeltem) Zustand erhalten können. Alles Themen, bei denen es keine leichten Antworten gibt.

Hinzu kommt: Wir befinden uns in einer Zeit des politischen Wandels, wo keine Gewissheit noch Bestand hat. Davon kann der ehemalige Unionsfraktionsvorsitzende Volker Kauder, der trotz Unterstützung der Mächtigen die Wahl gegen einen fast Unbekannten verlor, ein Lied singen.

Auf die bayerischen Bauern kommen politisch unruhige Zeiten zu: Wer fürchtet sich vor Schwarz-Grün? Oder vor einem Landtag mit sieben Parteien? Die Politiker, an denen die Ordnung von gestern hing, verschwinden von der Bühne und Neue treten ins Rampenlicht. Das macht es so wichtig für Landwirte, zur Wahl zu gehen.

Wir brauchen Abgeordnete, die menschlich und politisch das Zeug dazu haben, die neue Ordnung aufzubauen. Die Landwirtschaft braucht engagierte Politiker, die die richtige Balance zwischen staatlichen Eingriffen und unternehmerischer Freiheit finden. Solche werde ich wählen.