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Ernährungssicherung

Welternährung: Thema steht beim Treffen der Staatschefs auf der Agenda

Josef koch
Josef Koch
am Montag, 30.05.2022 - 10:34

Bauernverband verlangt daher, auch Agrarreform und Farm-to-Fork-Strategie auf den Prüfstand zu stellen.

Getreidelager-Verladung

Beim Sondertreffen der EU-Staatschef, das am 30. und 31. Mai stattfindet, hat Ratspräsident Charles Michel angekündig,t auch über Ernährungssicherheit sprechen zu wollen.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) fordert die Staatschefs und insbesondere Bundeskanzler Olaf Scholz auf, die Versorgungssicherheit in der Europäischen Union ernsthaft in den Blick zu nehmen. „Die Ernährungssouveränität Europas ist keine Selbstverständlichkeit und muss bei der Gemeinsamen Agrarpolitik und beim Green Deal umfassend berücksichtigt werden,“ so DBV-Präsident Rukwied.

Aus seiner Sicht ist die Versorgungssicherheit eine strategische Aufgabe für Europa. „Wir müssen die vorhandenen Potentiale nutzen. Hier muss dringend nachjustiert werden,“ verlangt Rukwied. Er hat dabei vor allem die Farm-to-Fork-Strategie („Vom Hof auf den Tisch“) der EU-Kommission im Blick.

Nach Rukwieds Auffassung “kann und muss“ die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) einen Beitrag leisten, damit die europäische Landwirtschaft die Ernährungssicherheit gewährleisten kann. So warnt das UN-Welternährungsprogramm vor den globalen Folgen der Nichtausfuhr von ukrainischem Getreide, die in anderen Teilen der Welt zu Hungersnot führen kann.

„Der Versuch Erpressung des Westens von Russland, Ausfuhren von Getreide und Dünger erst nach Aufhebung westlicher Sanktionen zu ermöglichen, zeigt, wie wichtig die Ernährungssouveränität Europas ist“, argumentiert der Bauernpräsident.
 

Ratspräsident erwähnt Strategie- und Agrarreformcheck nicht

Im Einladungsschreiben des Ratspräsidenten Michel an die Staatschefs ist zwar erwähnt, die militärische Aggression Russlands könnte dramatische Auswirkungen auf die weltweite Ernährungssicherheit haben. Doch von einer Überprüfung der EU-Strategien und der Agrarreform ist direkt keine Rede.

So heißt es dort: „Die Lebensmittelpreise sind sprunghaft gestiegen, und wir sind mit der ernsten Gefahr von Hungersnöten und Destabilisierung in vielen Teilen der Welt konfrontiert. Bei unserer Tagung werden wir konkrete Möglichkeiten erörtern, wie der Export landwirtschaftlicher Erzeugnisse der Ukraine mithilfe der EU-Infrastruktur unterstützt werden kann. Wir werden uns auch damit befassen, wie multilaterale Initiativen in diesem Bereich besser koordiniert werden können. Da afrikanische Länder stark von Ernährungsunsicherheit bedroht sind, wird der Vorsitzende der Afrikanischen Union Macky Sall per Videoverbindung an der Diskussion teilnehmen.

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