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Ernährungssicherung

Welternährung: Bündnis unterstützt Özdemirs Linie

Josef koch
Josef Koch
am Dienstag, 12.04.2022 - 16:35

AbL und Menschenrechtsorganisationen fordern gemeinsame Maßnahmen gegen Hunger-, Biodiversitäts- und Klimakrise.

Frieden säen- Krieg beenden

Aufrütteln wegen der Verschärfung der Welternährungskrise wollen entwicklungspolitische, bäuerliche und Menschenrechts-Organisationen Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir.

Mit einem großen Friedenssymbol aus jungen Getreidepflanzen, flankiert von zwei Traktoren, vor dem Bundesagrarministerium appellierten am Dienstag (12.4.) die zivilgesellschaftlichen und bäuerlichen Vertreterinnen und Vertreter von Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Brot für die Welt, Christliche Initiative Romero (CIR), FIAN, INKOTA, MISEREOR und Oxfam an Özdemir, sich für konkrete und global koordinierte Maßnahmen zur Ernährungssicherung einzusetzen.

Grundlage bei der Bewältigung der Ernährungskrise müsse das Recht auf Nahrung sein, das für alle Menschen gleichermaßen gilt.

Bündnis fordert Absenken der Tierbestände

Bauerndemo-AbL-Welternährung

Die Organisationen begrüßten dabei, dass sich der Vorschlag von Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir, ökologische Vorrangflächen ohne Dünger- und Pflanzenschutzmitteleinsatz für Futterzwecke und zur Beweidung frei zu geben, im Bundesrat durchgesetzt hat. „Hunger, Krieg, Biodiversitäts- und Klimakrise dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden“, so die Organisationen.

Sie setzen auf den grünen Agrarminister, wenn es darum geht, die Tierbestände und die Abhängigkeit von Futtermittelimporten zu reduzieren und die Beimischung von Agrarkraftstoffen umgehend zu beenden. Dann steht nach deren Einschätzung auch genügend Getreide für die Ernährung zur Verfügung.

Nachhaltiges Ernährungssystem als Lösung

Konkret forderten die Organisationen, die dringend erforderliche Nothilfe im Bundeshaushalt zu stärken, damit das Welternährungsprogramm seinen Auftrag im Jemen, in Somalia und weiteren Ländern, in denen akute Hungersnöte herrschen, erfüllen kann. Zudem sehen sie die Lösung der Krisen, in einem nachhaltigen und gerechten Ernährungssystem, das auf Agrarökologie statt auf industrielle Lebensmittelproduktion setzt.

Zum internationalen Tag der Bäuerinnen und Bauern (17.4.) mahnen die Organisationen, die Rolle der Bäuerinnen und Bauern für die Lösung der weltweiten Ernährungskrise anzuerkennen, wie es die Bauernrechtserklärung der Vereinten Nationen vorsieht.

430 Mio. € für Ernährungssicherung

Bauerndemo-Özdemir-Welternährung

Özdemir forderte den Welternährungsausschuss der Vereinten Nationen (CFS) auf, eine zentrale Rolle zu übernehmen, um sich über grundsätzlich strukturelle Fragen hinsichtlich der Landwirtschafts- und Ernährungspolitik weltweit auszutauschen. Zudem lobte er die enorme Hilfsbereitschaft der Bevölkerung in Deutschland sowie die Arbeit der BMEL-Koordinierungsstelle für Lebensmittelhilfen in die Ukraine.

Nach Auffassung des Bundesagrarministers macht der Bund, was „in seiner Macht“ steht, die Menschen in der Ukraine zu unterstützen. Die Bundesregierung stockt die humanitäre Hilfe von 64 Mio. € auf 370 Mio. € auf. So könne unter anderem die Arbeit des World Food Programme massiv ausweiten. Zudem werde Deutschland 430 Mio. € für die globale Ernährungssicherung bereitstellen, kündigte Özdemir an.

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