Wolfsmanagement

Weidehaltung: Geheimniskrämerei um Kompetenzzentrum

Josef Koch
Josef Koch
am Dienstag, 05.01.2021 - 15:48

Beim Kompetenzzentrum Weidetierhaltung und Wolf kommt der Bund offenbar nur langsam voran. Das zeigt eine schriftliche Anfrage der Linken.

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Nach Auffassung der Agrarsprecherin der Linken, Kirsten Tackmann, betreibt das Bundesagrarministerium (BMEL) „Geheimniskrämerei“, wenn es um das neue Kompetenzzentrum Weidetierhaltung und Wolf geht. So beantwortete das Ministerium Tackmanns Anfrage sehr schleierhaft. Mit Unterstützung der relevanten Berufsverbände wurden zwar mögliche Aufgaben des Kompetenzzentrums erarbeitet. Diese befänden sich aber noch in der politischen Konsultation, heißt es in der Antwort auf die schriftliche Anfrage der Abgeordneten. Zudem werden laut BMEL derzeit noch weitere Eckpunkte für den Bereich Weidetierhaltung erarbeitet.

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat im parlamentarischen Verfahren zum Bundeshaushalt 2021 beschlossen, dieses Jahr 300.000 Euro für das Einrichten eines Kompetenzzentrums Weidetierhaltung und Wolf im Agrarhaushalt bereitzustellen. Die Ausgestaltung inklusive der Personalstellen und –kosten der Errichtung des Kompetenzzentrums wird laut BMEL derzeit noch geprüft.

Finanzmittel zu gering

„Gerade weil es einen gesellschaftlichen Konsens braucht zur Zukunft der Weidetierhaltung, insbesondere aber nicht nur aufgrund der Rückkehr des Wolfs, ist die Geheimniskrämerei der Bundesregierung um die Aufgaben beschlossenen Kompetenzzentrums Weidetierhaltung und Wolf inakzeptabel“, bemängelt die Agrarsprecherin.

Sie findet es erstaunlich, dass hier offensichtlich Haushaltsgelder ohne vorliegendes inhaltliches Konzept beschlossen wurden. Das lasse an der Ernsthaftigkeit des Projektes zweifeln. Tackmann hält die zur Verfügung gestellte Summe gemessen an den Herausforderungen für zu niedrig. Dabei wird das Projekt dringend gebraucht für mehr Unterstützung der Weidetierhaltung", so die Bundestagsabgeordnete.