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Waldbewirtschaftung

Waldzustandsbericht: Grünen-Aussagen verärgern Waldbesitzer

Josef koch
Josef Koch
am Donnerstag, 25.02.2021 - 07:58

Während der Wald leidet, versuchen sich grüne Politiker auf dessen Kosten zu profilieren. Das ärgert die Waldbauern.

Hofreiter-Anton-Bündnis90/Die Grünen

Verärgert ist der Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, Hans-Georg von der Marwitz, über die Reaktion grüner Politiker auf den Waldzustandsbericht 2021. Er weist die Vorwürfe, unter anderem von Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sowie dem grünen Bundestagsabgeordneten Harald Ebner, entschieden zurück. Sie sprachen beim ökologischen Waldumbau von „Baumplantagen“ und bei der Unterstützung der Bundesregierung von einem „Gießkannenprinzip“. "Diese ignorieren Fakten und gehen an der Realität in den Wäldern vorbei," so der Präsident.

Die Katastrophe in unseren Wäldern ist nach dessen Auffassung eine Folge des globalen Klimawandels, der die waldbaulichen Erfolge der letzten Jahrzehnte schwer gefährdet. Der ideologische Standpunkt von Bündnis 90/Die Grünen ignoriere diese Fakten und das Engagement der Waldbauern für einen ökologischen Waldumbau. „Damit werden Konflikte geschürt, die angesichts der gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen durch den Klimawandel nicht angemessen sind“, sagte von der Marwitz. „Der Wald ist nicht das Problem, sondern Teil der Lösung.“

Klimawandel setzt allen Baumarten zu

Von der Marwitz macht in seiner Reaktion klar, dass die Bundeswaldprämie, die ein Bestandteil des Corona-Konjunkturpaketes ist, an strenge Zertifizierungskriterien durch PEFC oder FSC gekoppelt sei. Diese überträfen die ohnehin schon hohen Anforderungen an die Waldbewirtschaftung in Deutschland noch einmal. 

Und auch die Auszahlung der Bund-Länder-Mittel aus der GAK sind laut von der Marwitz streng an waldbauliche Maßnahmen zur Stärkung der Baumartenvielfalt und der Klimaresilienz unserer Wälder gekoppelt.

Darüber hinaus sind die Waldbauern seit Jahrzehnten aktiv im Waldumbau, um die Wälder an den Klimawandel anzupassen. Über 70 Prozent der Wälder bestehen heute aus Mischwäldern und reinen Laubwäldern. In der nächsten Waldgeneration steigt diese Zahl auf 90 Prozent. Und dennoch: Der Klimawandel hat in zahlreichen Regionen Deutschlands alle Baumarten getroffen – Laub- und Nadelbäume gleichermaßen.

Einnahmen aus CO2-Steuer muss für Wald ausgegeben werden

Von der Marwitz, Hans-Georg

„Angesichts des Klimawandels haben die Waldeigentümer einen Herkulesaufgabe vor sich“, so von der Marwitz. Daher fordert der Präsident eine Honorierung der Klimaschutzleistung des Waldes. Rund 127 Millionen Tonnen CO2 speichert der Wald pro Jahr. Das sind laut von der Marwitz etwa 14 Prozent des CO2-Ausstoßes der deutschen Volkswirtschaft.

Der Wald sei der Klimaschützer Nummer eins in Deutschland, so von der Marwitz. Er verwies darauf, dass der CO2-Ausstoß des Verkehr- und Gebäudesektors seit diesem Jahr bepreist wird. Ein Teil der Einnahmen aus dieser CO2-Bepreisung müsste in den klimastabilen Wald zurückfließen, damit die CO2-Bindung auch in Zukunft garantiert wird.

„Es handelt sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, unsere Wälder zu retten“, so von der Marwitz. 

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