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Waldbewirtschaftung

Waldumbau: Bund soll für mehr Schwung sorgen

Josef koch
Josef Koch
am Freitag, 13.05.2022 - 08:47

Länder und Waldbesitzer erwarten von Sondertreffen der Länderagrarminister deutlichen Fortschritt bei Finanzierung des Waldumbaus.

Baumschaden

Der Bund will den Energie- und Klimafonds (EKF) zum Klima- und Transformationsfonds (KTF) umbauen, um damit andere Maßnahmen finanzieren zu können. Der Bundestag berät derzeit darüber. Am kommenden Montag (16.5.) treffen sich die Länderagrarminister zur Sonderkonferenz Wald.

Vor einiger Zeit regte Bundesagrarminister Özdemir an, daraus auch den Umbau der Tierhaltung zu finanzieren. In den EKF fließen vor allem die Einnahmen aus der CO2-Steuer. Waldbesitzerverbände hofften, aus dem EKF Finanzmittel für den Waldumbau zu bekommen. Jetzt könnte das Geld knapp werden.

Daher fordern die Familienbetriebe Land und Forst erneut eine stärkere finanzielle Unterstützung für den klimastabilen Waldumbau. Es sei richtig und wichtig, dass mit dem künftigen Klima- und Transformationsfonds Maßnahmen zum internationalen Klimaschutz sowie zum Umweltschutz gefördert werden sollen. „Die aktuell für den Wald vorgesehenen  Mittel von 200 Mio. Euro werden jedoch bei Weitem nicht ausreichen, um unseren Klimaschützer Nr. 1 zukunftsfähig aufzustellen“, erklärt der Verbandsvorsitzende Max v. Elverfeldt.

Millarden-Schäden im Wald befürchtet

Seit 2018 haben Sturm, Dürre und Borkenkäfer einen Schaden von über 13 Mrd. Euro allein in deutschen Wäldern verursacht. Nach Schätzungen des Thünen-Instituts werden in den nächsten 30 Jahren zwischen 14 und 43 Mrd. Euro für den klimastabilen Waldumbau benötigt. Das ergibt laut Familienbetriebe Land und Forst einen Bedarf zwischen 466 Millionen und 1,4 Milliarden Euro pro Jahr.

Diese Zahlen machen laut Elverfeldt deutlich, dass die Bundesmittel für den Waldumbau dringend aufgestockt werden müssen. Für den klimastabilen Waldumbau müssten deshalb ausreichende Anreize für die Waldbäuerinnen und -bauern geschaffen werden. Der Verbandsvorsitzende erwartet von Bundesminister Cem Özdemir, dass er noch vor der Sommerpause erklärt, wie eine entsprechende Honorierung konkret ausgestaltet sein wird, damit die im Haushalt vorgesehenen Mittel noch in diesem Jahr auf die Fläche kommen.

Otte-Kinast fordert vom Bund mehr Schwung

Im Vorfeld des Sondertreffens der Länderagrarminister am Montag (16.5.) verlangt Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast eine dauerhaft gesicherte Finanzierung der Wiederaufforstung und des klimagerechten Umbaus der Wälder. Aber auch die Umsetzung der Holzbau-Initiative, um das Bauen mit Holz attraktiver zu machen. „Nach den schweren Schäden durch Hitze, Dürre, Borkenkäfer und Sturm sei es auf Bundesebene dringend geboten, dass mehr Schwung in die Forstpolitik kommt,“ so Otte-Kinast. Deshalb habe sich Niedersachsen bei zahlreichen wichtigen Beschlussvorschlägen aktiv eingebracht.

Eine wichtige Rolle spielt aus niedersächsischer Sicht die Vorbeugung vor Waldbränden. „Die aktuelle Trockenheit und die hohe Waldbrandgefahr in der Heideregion zeigen uns, wie wichtig die Kommunikation über die Gefahren ist. In dieser Hinsicht muss die Prävention dringend ausgebaut werden", mahnt Niedersachsens Forstministerin. Sie fordert eine für ganz Deutschland einheitliche Informations- und Kommunikationsstrategie zu dem Thema.

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