Waldbewirtschaftung

Waldstrategie: Schulterschluss zwischen Deutschland und Österreich

Josef Koch
Josef Koch
am Donnerstag, 26.08.2021 - 14:00

Die beiden Länder positionieren sich eindeutig gegen die Zentralisierungsabsichten in der EU-Waldstrategie.

Köstinger-Klöckner

Österreich und Deutschland vereinbaren Schulterschluss, um die regionale Waldkompetenz zu stärken. Bei ihrem Treffen auf Schloss Wartenstein in Oberhausen (Rheinland-Pfalz) haben Bundesagrarministerin Julia Klöckner und ihre österreichische Amtskollegin Elisabeth Köstinger eine gemeinsame Erklärung zur Ausrichtung der neuen Waldstrategie der EU unterzeichnet.

Die Bundeministerinnen sprechen sich darin für eine EU-Waldstrategie aus, die die Waldpolitik der Mitgliedstaaten sinnvoll flankiert und ergänzt, nicht aber ersetzt. Die aktuellen Vorschläge der EU-Kommission, die Planungshoheit für Wälder zu übernehmen und zentral verbindliche Vorgaben für die Mitgliedstaaten vorzusehen, lehnen die beiden Ministerinnen entschieden ab. Nach deren Meinung verfügen EU-Mitgliedstaaten über eine Vielzahl angepasster naturnaher Waldbewirtschaftungskonzepte, die auch die biologische Vielfalt und damit neben der ökonomischen, auch die ökologischen und sozialen Funktionen der Wälder gezielt fördern und erhalten.

EU-Forstförderung soll fit gemacht werden

Ebenso befürworten Klöckner und Köstinger, wenn sich die EU-Waldstrategie 2030 darauf fokussiert, die nationalen Waldstrategien der Mitgliedstaaten sinnvoll zu ergänzen. Dazu gehören vor allem ein gemeinsames Vorgehen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Wälder gegenüber dem Klimawandel und die Förderung der Versorgung, unter anderem für die Bioökonomie und den Holzbau.

Die EU-weite forstliche Förderung solle fit-for-purpose gemacht werden und Umweltleistungen der Waldbesitzenden im EU Rahmen entsprechend honorieren, heißt es in der Erklärung. Beide Länder kündigen an, die Kommissionsvorschläge an den Ratsschlussfolgerungen vom 10. November 2020 zu messen, die unter deutscher Ratspräsidentschaft gefasst wurden. Gleichzeitig wollen sich Klöckner und Köstinger für das geforderte stärkere kooperative Vorgehen der Mitgliedsstaaten und der Kommission auf EU-Ebene einsetzen.