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Forstbetriebsgemeinschaft

Wenn Waldbesitzer nichts vom Wald verstehen

Günzburg
Hans Bosch, WBG Grünzburg-Krumbach e. V.
am Freitag, 20.12.2019 - 08:04

Die FBG Günzburg-Krumbach feiert ihr 50-Jähriges und blickt weiter nach vorne und auf neue Herausforderungen.

Ursberg/Lks. Günzburg - Gut informiert hatte sich die bayerische Waldkönigin Kerstin Seitz für ihr Grußwort beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen der Forstbetriebsgemeinschaft Günzburg-Krumbach (FBG) im Ursberger Bräuhaussaal. Ihr Fazit: „Meine Anerkennung für diese großartige Leistung und zugleich mein Wunsch, diese Stärke in den nächsten Jahrzehnten erhalten.“ Hinzu kommt: Der zu erwartende weitere Klimawandel und der damit verbundene notwendige Waldumbau werden die FBG vor neue Aufgaben stellen. Dazu die Waldkönigin: „Wir Waldbesitzer müssen positiv in die Zukunft schauen und die Probleme gemeinsam lösen.“

Der Vereinsvorsitzende Wilhelm Baumeister, der seit 25 Jahren die FBG leitet, ging zu Beginn auf die aktuelle Lage ein, beklagte den Preisverfall für Nadelholz („das ist schon fast ein Verschenken“) und rief die Mitglieder trotzdem auf, auch „in Zukunft den Wald mit Zuversicht“ zu bewirtschaften.

Anerkennende Worte und Glückwünsche zum Jubiläum gab es auch von den Grußwortrednern, dem Landtagsabgeordneten Alfred Sauter, dem stellvertretenden Landrat Anton Gollmitzer und Ursbergs Bürgermeister Peter Walburger. Robert Marigel vom Landwirtschaftsministerium hatte den Rat parat: „Trotz verbesserter staatlicher Hilfen brauchen wir weiter positiv eingestellte Waldbesitzer und genossenschaftliche Vorstände“, denn „Resignation führt nicht zur Lösung der Probleme“.

Bei öffentlichem Geld wollen viele mitreden

Nach dem festlichen Mahl war es Hans-Ludwig Körner vom Bayerischen Waldbesitzerverband, der die Forstbetriebsgemeinschaften als „wertvolle Dienstleister für alle Waldbesitzer“ bezeichnete. Er verwies auf die fast täglich neu auftretenden Herausforderungen für die Forstbewirtschaftung. Die Gesellschaft wolle Antworten auf Probleme wie Klimawandel, Wetterextreme, Holzpreise und staatliche Förderungen. Gerade letztere bergen seiner Meinung nach eine Gefahr: Bei Annahme solch finanzieller Hilfe sei das Mitreden von behördlichen Fachkräften zu erwarten. Körner dazu: „Wir müssen darauf achten, bei Neupflanzungen nicht die Verantwortung über den eigenen Wald zu verlieren, wenn es um Flächengröße und Baumarten geht.“

Ein weiterer Aspekt ist für den Verbandssprecher der Kauf von Wäldern als Geldanlage durch Personen, die keinerlei Kenntnisse in der Waldbewirtschaftung besitzen. Für ihn endet deshalb die Arbeit der FBG nicht bei der Beratung und dem Holzverkauf. Es komme immer mehr echte Waldpädagogik hinzu und dies im besonderen für die Wissenserweiterung neuer Waldbesitzer und noch mehr für Schulkinder, denen zusätzliche Kenntnisse im Werden und Wachsen des Waldes vermittelt werden müssen.