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Wald: Kommt die Flächenprämie?

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Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Dienstag, 14.01.2020 - 13:21

Eine Studie in Mecklenburg-Vorpommern hat ergeben, dass sich die Ökosystemleistungen des Waldes auf 350 €/ha belaufen.

Zentrale Ökosystemleistungen des Waldes sind neben der Holzproduktion vor allem der Arten- und Biotopschutz, die Sauerstoffproduktion, der Klimaschutz, der Lärmschutz, der Erosionsschutz, der Küsten- und Hochwasserschutz, der Trinkwasserschutz sowie der Naherholungswert.

Eine von Mecklenburg-Vorpommern in Auftrag gegebene und in Deutschland bislang einmalige Studie über den Landeswald M-V beziffert den Wert dieser Leistungen jährlich auf etwa 65 Millionen Euro. Das entspricht rund 350 Euro pro Hektar. Das ist das 1,3-Fache der jährlichen Einkünfte aus dem Holzverkauf (ca. 50 Millionen Euro). „Dieses Geld fließt an den Waldbesitzern weitestgehend vorbei. Es lohnt sich also, in den kommenden Jahren intensiv zu diskutieren, wie die Ökosystemleistungen zukünftig für die Forstbetriebe in Wert gesetzt und für den langfristigen Erhalt unserer Wälder eingesetzt werden können“, so Till Backhaus, Landwirtschaftsminister in Mecklenburg-Vorpommern

Waldbesitzer, die in ihren Wäldern Gutes für die Gesellschaft oder die Umwelt tun, sollen künftig – ähnlich wie Landwirte – entsprechende finanzielle Unterstützung erhalten, argumentiert Backhaus. Die finanziellen Anreize sollen helfen, um die gestiegenen gesellschaftlichen Anforderungen an den Wald und dessen Nutzung besser abzugelten und den Erhalt der Wälder langfristig zu sichern.

Holzverkauf bringt nur noch wenige Einnahmen

In der Vergangenheit, so Backhaus, konnten zahlreiche Ökosystemleistungen durch den Holzverkauf finanziert werden. Dies sei heute so nicht mehr möglich. Konnten 1969 aus dem Erlös eines Festmeters Holz noch acht Stunden Arbeitslohn finanziert werden, so sind es heute gerade noch zwei Stunden, die sich daraus bezahlen lassen. "Wir müssen also gemeinsam nach anderen Instrumenten suchen, um die stark nachgefragten Waldfunktionen zu finanzieren“, sagte der Minister vergangene Woche in der Landespressekonferenz im Schweriner Schloss. 

Nördliches Bundesland nimmt Vorreiterrolle ein

Mecklenburg-Vorpommern gewährt seit 2016 als erstes Bundesland einen Natura-2000-Erschwernisausgleich. Das sind Zuwendungen zum Ausgleich von naturalen oder wirtschaftlichen Einschränkungen bei der Bewirtschaftung und Nutzung von Waldflächen innerhalb von Natura 2000-Gebieten von bis zu 200 Euro je Hektar.

Ein weiterer Bausteine wäre der Ausgleich für Ökosystemleistungen.