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Leserumfrage

Votum für FDP-Minister im Bundesagrarministerium

Josef koch
Josef Koch
am Freitag, 12.11.2021 - 13:50

Eine Mehrheit der bayerischen Bauern wünscht sich einen Liberalen als Ressortchef im Bundesagrarministerium. Hier eine erste Bilanz der Wochenblattumfrage.

Hocker-Gero-FDP

Die meisten Bauern in Bayern können sich ein FDP-geführtes Agrarministerium vorstellen. Das geht aus einer vorläufigen Zwischenbilanz der aktuellen Online-Umfrage des Wochenblatts hervor. Von den über 750 Teilnehmern stimmen 48 % für die FDP (Stand: 11.11.). Davon geben 30 Prozent dem bisherigen FDP-Agrarsprecher Gero Hocker den Vorzug, 18 % können sich auch die Bundestagsabgeordnete Carina Konrad, Landwirtin aus Rheinland-Pfalz vorstellen.

16 % stimmten in der Umfrage für die Grünen. Dabei trauten 10 % der Teilnehmer das Amt der Bundesagrarministers Robert Habeck zu, 6 % früheren Agrarministerin Renate Künast. Ihr werden in Berlin durchaus Ambitionen auf das Ministeramt in der künftigen Ampelkoalition nachgesagt.

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Wenig Zustimmung für SPD-Kandidaten

Aus Berliner Kreisen ist zudem zu hören, dass auch die SPD sich mit der Führung des Agrarressorts anfreunden könne, während die FDP in diesem Punkt wohl noch nicht mit den Füßen scharre. Politische Beobachter glauben, dass die FDP fürchte, dann an ihren Forderungen aus der Oppositionszeit im Bundestag gemessen werde, die sie in der künftigen Koalition so nicht umsetzen könne.

Die möglichen SPD-Ambitionen auf das Agrarressort teilen aber Bayerns Bauern nicht. Gerade einmal 3% votierten für die Sozialdemokraten. Bemerkenswert: Die bisherige Umweltministerin Svenja Schulze schnitt mit 2 % noch etwas besser ab als ihr Kollege und Vize-Fraktionsvorsitzender Matthias Miersch. Mehr als ein Drittel der Umfrageteilnehmer (34%) indes kann sich keinen der genannten Kandidaten als künftigen Bundesagrarminister vorstellen.

Ampelparteien schweigen weiter

Bisher allerdings bewahren SPD, Grüne und FDP bei den Verhandlungen in der Arbeitsgruppe Landwirtschaft Stillschweigen über etwaige Verhandlungsergebnisse sowie die Ressortbesetzung.

Biobauer und AbL-Sprecher (Region Schwaben), Stephan Kreppold, hat insgesamt ein ungutes Gefühl, was die Koalitionsverhandlungen in Sachen Landwirtschaft angeht. Er fürchtet ein zu starkes Gewicht der FDP in den Verhandlungen und so manchen „Kuhhandel“, da die drei Parteien mit jeweils vier Vertretern gleich stark in der Arbeitsgruppe Landwirtschaft vertreten sind. Dabei sei die FDP nach dem Wahlergebnis doch die „kleinste Partei“. Dass viele Landwirte bei der aktuellen Wochenblattumfrage für ein FDP-geführtes Agrarministerium votieren, kommentiert er mit folgenden Worten: „Nur die aller dümmsten Kälber, wählen ihren Schlächter selber.“

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