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Protest

Vertreter von Land schafft Verbindung zu BR-Sondersendung geladen

Kundgebung am Odeonsplatz
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Freitag, 22.11.2019 - 14:33

Die Berichterstattung des Bayerischen Fernsehen zu den Bauerndemo hatte für heftige Proteste von Bauern gesorgt. Heute soll eine Sondersendung den Vorfall aufarbeiten.

Bereits letzten Freitag sollte eine BR-Sondersendung die Thematik aufrollen. Ein Streik von Mitarbeitern sorgte aber dafür, dass der Termin verschoben werden musste. Zum damaligen Zeitpunkt war noch kein Vertreter der Bewegung Land schafft Verbindung geladen, obwohl sie die Proteste organisiert hatte. Dieses Defizit hat der Sender mittlerweile behoben. Für die Initiative nimmt nun Sebastian Dickow teil.

Teilnehmer sind: Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, Bauernverbandspräsident Walter Heidl, Josef Schmid von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Sebastian Dickow von der Initiative "Land schafft Verbindung", der ehemalige EU-Agrarkommissar Franz Fischler und "Unser Land"-Redakteurin Christine Schneider.

Die Sendung strahlt das Bayerische Fernsehen heute (22.11.2019) um 19 Uhr aus.

Interview des Wochenblattes mit Sebastian Dickow

Dickow war unter anderem Redner auf der Demonstration am 22. Oktober in München. Dabei kritisierte er, dass bereits bei seiner Herfahrt im Radio behauptet worden wäre, die Bauern würden an diesem Tag für Glyphosat demonstrieren. Das sei eine Frechheit und schlichtweg falsch. Den Bauern ginge es um ihre Existenz und um die Zukunft ihrer Kinder. Das Wochenblatt hat an diesem Tag ein Interview mit Dickow geführt.

Hintergründe zur Sendung

Der Frust der Bauern sitzt tief. In bundesweit anberaumten Demonstrationen haben sie am 22. Oktober ihrem Unmut über die aktuelle Situation Luft gemacht. Die Bewegung Land schafft Verbindung konnte an diesem Tag 80.000 Bauern mobilisieren. In Bayern trafen sich in München, Bayreuth und Würzburg die Bauern auf Großkundgebungen. Daneben gab es eine Reihe von dezentralen Veranstaltungen.

Das Thema griff auch der BR auf. Aber in einer Art und Weise, die den heftigen Protest von Bauern nach sich zog. Sie fanden die Berichterstattung weder angermessen noch fair. Kritikpunkte waren unter anderem fachliche Fehler, etwa dass eine Demonstration von der Initiative "wir haben es satt" in Straßburg, zu der gerade einmal 1000 Teilnehmer kamen, als Gegendemonstration dargestellt wurde, obwohl diese Demo bereits lange im Voraus anberaumt war und sich an die sich neu konstituierende EU-Kommission wandte. Zum anderen sorgte die Aussage für Ärger, wonach viele Verbraucher und Wissenschaftler sich fragen würden, wie die Direktzahlungen aus der ersten Säule besser verteilt werden könnten. Die Bauern seien damit wieder als reiner Kostgänger des Staates dargestellt worden. Außerdem wurde angezweifelt, ob die Bauernschaft in der breiten Masse hinter den Protesten stehe. Eine Frage, die bei 80.000 Teilnehmern nach Ansicht der Initiatoren eigentlich geklärt sein dürfte.