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Erneuerbare Energie

Verband: „Biokraftstoffe verteuern Spritpreise nicht“

Josef koch
Josef Koch
am Freitag, 07.01.2022 - 09:28

Biokraftstoffindustrie weist Vorwürfe der Mineralölwirtschaft entschieden zurück. Verband sieht eher Gewinnsteigerungen als Grund.

Tankstellenpreise-Sachsen

Die Biokraftstoffindustrie wehrt sich massiv gegen Behauptungen von seiten der Mineralölwirtschaft und verschiedenen Medienberichten, dass die erhöhte Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) die Kraftstoffpreise an den Tankstellen verteuern würde.

Die Mineralölunternehmen müssen die Emissionen ihrer Kraftstoffe 2022 um 7 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010 senken. Im vergangenen Jahr betrug die Quote 6 Prozent, bis 2030 steigt sie auf 25 %. Derzeit setzen die Unternehmen wegen der breiten Verfügbarkeit zumeist Biokraftstoffe ein, heißt es.

Der Einsatz von Biokraftstoffen kann nach Auffassung des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) kostendämpfend wirken. Schließlich steigt der Preis von fossilem Benzin und Diesel aufgrund des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG).

Seit dem Anfang 2022 kostet eine Tonne CO2, die durch das Verbrennen von fossilen Kraftstoffen freigesetzt wird, 30 Euro und damit 5 Euro mehr als im Vorjahr. Da Biokraftstoffe rund 70 bis 90 Prozent weniger Treibhausgase ausstoßen als fossiler Diesel oder Benzin, fallen für sie diese Kosten nicht an. „Nachhaltige Biokraftstoffe dienen dem Klimaschutz und mindern für den Verbraucher die Kosten der CO2-Bepreisung“, sagte VDB-Geschäftsführer Elmar Baumann.

Mehr Biokrafstoffe aus Stroh oder Gülle verfügbar

Die Biokraftstoffindustrie erwartet, dass auch für die verpflichtende Unterquote für fortschrittliche Biokraftstoffe ausreichend Ware zur Verfügung steht. Die Mineralölfirmen müssen 2022 einen energetischen Anteil von 0,2 Prozent ihrer Kraftstoffe durch fortschrittliche Biokraftstoffe aus Rohstoffen wie Stroh, Gülle oder Tallöl abdecken. Bis 2030 steigt der energetische Anteil auf 2,6 %. „Die Hersteller produzieren fortschrittliche Biokraftstoffe längst in ausreichenden Mengen. Nach Angaben der Generalzolldirektion hat die Mineralölindustrie schon  2020 die Unterquote massiv übererfüllt“, sagte Baumann. Fortschrittliche Biokraftstoffe, die über die Unterquote hinausgehend eingesetzt werden, können doppelt auf die THG-Quote angerechnet werden. Damit ist es für die Mineralölindustrie sehr attraktiv, mehr fortschrittliche Biokraftstoffe als vorgeschrieben einzusetzen. Aus diesem Grund haben die Biokraftstoffhersteller ihre Produktionskapazitäten in diesem Bereich hochgefahren.

„Die Klagen der Mineralölwirtschaft über vermeintlich nicht erfüllbare gesetzliche Vorgaben zum Klimaschutz haben sich in der Vergangenheit als unzutreffend erwiesen und letztlich die erforderliche Transformation im Straßenverkehr verzögert“, sagte Baumann. „Wer steigende Preise an der Tankstelle mit der THG-Quote begründet, will davon ablenken, dass er seinen Gewinn vergrößern möchte.“

THG-Quoten schon übererfüllt

Ohnehin haben in den vergangenen Jahren die Mineralölfirmen die THG-Minderungsquote zum Teil deutlich übererfüllt, so der VDB. Die Unternehmen sind berechtigt, Treibhausgasminderungen in die Folgejahre zu übertragen. „Dieser Mechanismus ist sinnvoll, um den Unternehmen Flexibilität bei der Erfüllung der Klimaschutzvorgaben zu gewähren. Mit dem Berg an Treibhausgasminderungen, den die Mineralölindustrie aus den Vorjahren angehäuft hat, kann die THG-Quote auch 2022 sicher und kostengünstig eingehalten werden“, sagte Baumann.

Marktszenarien zeigten, dass die steigende THG-Quote durch den Hochlauf von Elektromobilität, fortschrittlichen Biokraftstoffen und strombasierten Kraftstoffen wie Wasserstoff auch zukünftig erfüllt werden kann. Die THG-Quote ist nach VDB-Berechnungen im laufenden Jahr ohne Weiteres mit Biodiesel, Bioethanol oder Biomethan erfüllbar. Für die Minderung zählen alle Energieträger, die weniger CO2 emittieren als Diesel und Benzin. Zusätzlich kann Elektromobilität angerechnet werden, deren Beitrag wächst.

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