Pflanzenschutz

Verbände warnen vor schwierigen Anbaubedingungen

Pflanzenschutz
Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Montag, 27.07.2020 - 12:56

Im Kern der Kritik steht der Verlust bewährter Pflanzenschutzmittel gerade bei anspruchsvollen Nutzpflanzen.

Frankfurt a. M. -  Eine Allianz von zwölf Verbänden der Agrarbranche warnt heute in einem gemeinsamen Positionspapier vor verschlechterten Anbaubedingungen in der deutschen Landwirtschaft. Die Verbände-Allianz befürchtet, dass Landwirte Kulturen wie Raps, Kartoffeln, Zwiebeln, Zuckerrüben und vor allem viele Obst- und Gemüsesorten seltener anbauen werden.

„Neben einer stärkeren Importabhängigkeit und der Verlagerung landwirtschaftlicher Produktion in andere Weltregionen wird dies weitere, unbeabsichtigte Konsequenzen nach sich ziehen: Die Regionalität des Lebensmittelangebots schwindet, und mit längeren Transportwegen verschlechtert sich auch die Klimabilanz des Ernährungssektors“, folgern die Verbände in dem Papier.

Wissenschaftliche Kriterien sollen zum Tragen kommen

Gemeinsam fordern sie, dass die Genehmigung von Wirkstoffen und die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln nach klaren wissenschaftlichen Kriterien erfolgen muss und nicht nach „gefühlten Risiken“ oder politischen Opportunitäten. Auch dürfe die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln nicht für agrarpolitische Ziele instrumentalisiert werden.

Die europäische Harmonisierung der Zulassung, die erklärtes Ziel der 2009 in Kraft getretenen europäischen Pflanzenschutz-Verordnung ist, muss nach Ansicht der Verbände konsequenter umgesetzt werden, vor allem durch den Verzicht auf nationale Sonderwege. Dazu bedürfe es nach Ansicht der Unterzeichner einer europäischen Pflanzenschutz-Strategie.

Das vollständige Positionspapier zum >> Download