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Pressemeldung
am Freitag, 17.07.2020 - 13:25

AbL zur Wiederaufnahme der Schlachtung und Zerlegung bei Tönnies: Gesundheit der Beschäftigten schützen.

„Bei vielen schweinehaltenden Betrieben liegen seit einigen Wochen berechtigterweise die Nerven blank“, so Martin Schulz, Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V. (AbL) und Neuland-Schweinehalter in Niedersachsen.

Schulz weiter: „Aufgrund der stillgelegten Schlachthöfe wegen der Corona-Infektionen, insbesondere beim Unternehmen Tönnies in Rheda-Wiedenbrück, konnten viele Tiere nicht geschlachtet werden. Das bedeutet, die Tiere werden zu schwer, eine vernünftige Tierhaltung wird schwierig und es gibt einen Stau in den Ställen. Hinzu kommen stark fallende Erzeugerpreise von aktuell 1,47,-Euro/Kilo Schlachtgewicht, die eine wirtschaftliche Schweinehaltung unmöglich machen und bäuerliche Existenzen gefährden."

Gesundheit der Beschäftigten schützen

Schulz weiter: "Wenn jetzt Bauernproteste vor Tönnies stattfinden, die die vollständige Wiederinbetriebnahme des Schlachthofes fordern, so ist dies aus der betrieblichen Situation einzelner Betroffener nachvollziehbar. Wir haben aber auch als Bäuerinnen und Bauern gleichzeitig klar Position zu beziehen zu den Arbeits- und Lebensbedingungen und zum Gesundheitsschutz der Beschäftigten bei Tönnies und anderen Großunternehmen in der Schlachtbranche."

"Deshalb untermauern die AbL und die Neuland-Erzeugergemeinschaft Westfalen, die selber einen Teil ihrer Schweine für das Aldi-Programm „Fair und Gut“ bei Tönnies schlachten lässt, in einer aktuellen Erklärung ihre Kritik an den Verhältnissen in der Schlachthofbranche. Sie fordern die Unternehmen und den Lebensmitteleinzelhandel mit seinen Ramschangeboten, aber auch Bundesagrarministerin Klöckner und die Landesagrarminister*innen auf, das „System Billigfleisch“ zu beenden", so Schulz.

Worten Taten folgen lassen

"Sie alle müssen ihren Worten jetzt Taten folgen lassen und für menschenwürdige Arbeits- und Lebensverhältnisse der Beschäftigten in der Schlachthofbranche sorgen", erklärt der Vorsitzende. "Zudem fordern AbL und Neuland-Westfalen die Verantwortlichen in der Politik auf, zügig die Umsetzung der beschlossenen Empfehlungen des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung anzupacken, um den Betrieben klare wirtschaftliche Rahmenbedingungen für den notwendigen Umbau der Tierhaltung aufzuzeigen. Darüber hinaus ist eine politische Offensive für regionale Schlachthof- und Verarbeitungsstrukturen zu ergreifen."