Umwelt

Überlassen wir die Drecksarbeit den Anderen?

Ausbeutung
Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Mittwoch, 29.07.2020 - 16:14

Eine UBA-Studie will Möglichkeiten zeigen, wie Unternehmen in ihren globalen Lieferketten den Schutz von Umwelt und Menschenrechten gewährleisten könnten.

Ein sauberes Europa auf Kosten anderer Erdteile - das kann nicht die Lösung sein, denn die meisten Probleme im Umwelt- und Klimasektor zeigen globale Auswirkungen. Deshalb ist es essentiell, dass bei Entscheidungen immer die globalen Lieferketten betrachtet werden. Dazu UBA-Präsident Prof. Dr. Dirk Messner: "Wir dürfen in Deutschland nicht weiter auf Kosten der Umwelt in anderen Ländern leben. Daher ist für mich klar: Unternehmen müssen ihre Liefer- und Wertschöpfungsketten neu justieren und den Schutz von Wasser, Luft und Boden sowie von Klima und Artenvielfalt in ihre Planungen einbeziehen."

Umwelt- und Reputationsrisiken würden laut Messner für den langfristigen Erfolg von Unternehmen immer relevanter. Gerade auch die Finanzwirtschaft berücksichtige zunehmend die in den Lieferketten der Unternehmen verborgenen Risiken durch Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen. Insofern dürfte es auch im Interesse der Unternehmen liegen, wenn sie solche Risiken frühzeitig identifizieren, transparent machen und konsequent verringern – auch wenn es derzeit deutlich weniger als die Hälfte der großen Unternehmen tun würden.

"Unsere Studie zeigt, dass eine Sorgfaltspflicht, die auch den Umweltschutz in der Lieferkette umfasst, sowohl praktisch als auch rechtlich umsetzbar ist", so Messner. Die aktuelle Umbruchs- und Umstrukturierungsphase sei eine hervorragende Chance, die seit langem schwelenden Probleme in den Lieferketten an der Wurzel zu packen.

Die Studie ist hier zu finden.