Tierwohl-Label steht im Feuer
Der Streit um die Einführung eines freiwilligen Tierwohl-Labels auf Bundesebene verschärft sich.
Berlin - Eine für den 3. Juli geplante Beschlussfassung im Bundeskabinett wurde kurzfristig wegen fehlender Mehrheiten von der Tagesordnung genommen.
Am Montag hatte SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch die Pläne von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner als „Alibiveranstaltung“ zurückgewiesen. Unterstützung erhielt er von Marlene Mortler, bislang agrarpolitische Sprecherin der CSU-Landesgruppe im Bundestag und seit kurzem EU-Abgeordnete. Gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ forderte sie, die Sommerpause für die Erarbeitung eines verpflichtenden Entwurfes zu nutzen.
Klöckner verwies darauf, dass die Kriterien für das Tierwohl-Label gemeinsam mit der SPD erarbeitet worden seien. Eine EU-weit verpflichtende Tierwohlkennzeichnung will die Ministerin zum Thema der deutschen Ratspräsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte 2020 machen. Unterstützung für ein freiwilliges Label erhielt Klöckner von Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber.