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Haltungskennzeichnung

Tierwohl-Label: Branche legt Masterplan vor

Josef koch
Josef Koch
am Dienstag, 29.03.2022 - 16:15

Die Zentrale Koordinationsstelle nimmt beim Tierwohl Agrarminister Cem Özdemir in die Pflicht.

Rampe mit Ferkel

Ein klare Handlungsanweisung für Bundesagrarminister Cem Özdemir gibt die Zentrale Koordination Handel-Landwirtschaft (ZKHL), wie er den Umbau der Tierhaltung und das staatliche Tierhaltungskennzeichen anpacken muss. So lassen sich diese Ziele über Marktlösungen alleine nicht erreichen, sind sich die ZKHL-Mitglieder einig. Sie verlangen daher in ihrem Positionspapier eine zuverlässige Förderpolitik und klare politische Rahmenbedingungen.

Die jetzt geplante staatliche Tierhaltungskennzeichnung müsse die bestehenden Programme sinnvoll integrieren, um die sich daraus ergebenden Synergieeffekte optimal zu nutzen und eine schnelle Akzeptanz bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern sicherzustellen.

Gemeinsamer Masterplan nötig

„Wirtschaftsgetragene Programme wie die Initiative Tierwohl und die Transparenz der Haltungsform, haben den Boden für den nächsten konsequenten Schritt bereitet“, sagt Dr. Hermann-Josef Nienhoff, Geschäftsführer der ZKHL. „Wir unterstützen eine breit angelegte Transformation der Tierhaltung über bestehende gesetzliche Standards hinaus, so wie sie politisch und gesellschaftlich gewünscht ist und gefordert wird.“ Nur ein gemeinsamer Masterplan der Politik mit den Unternehmen der Lebensmittelkette könne den Erfolg des Umbauprozesses garantieren.

Dass sich die Verbrauchererwartungen in den vergangenen Jahren maßgeblich gewandelt haben, steht laut ZKHL außer Frage. Tierwohl und eine damit einhergehende transparente Kennzeichnung der Haltung, stünden dabei im Mittelpunkt. Dem tragen erfolgreiche Initiativen der Wirtschaftsbeteiligten entlang der gesamten Lebensmittelkette, unter anderem mit Initiative Tierwohl (ITW), seit mehr als zehn Jahren Rechnung. Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, die gewünschte Transformation der Tierhaltung voranzutreiben, heißt es im Positionspapier.

Die Empfehlungen im Überblick

Das legen die ZKHL-Mitglieder Özdemir ans Herz:

  • Eine staatliche Tierhaltungskennzeichnung, die verpflichtend nicht nur für den Handel, sondern auch für Gastronomie und Großverbraucher ist.
  • Eine zuverlässige und ausreichende Förderung der umstellungswilligen landwirtschaftlichen Unternehmerfamilien
  • Sicherstellen der umfassenden Finanzierung des Transformationsprozesses.
  • Anpassen der Gesetzgebung und Genehmigungspraxis, um mehr Tierwohlställe realisieren zu können.
  • Die Kriterien und die Verfahren der staatlichen Tierhaltungskennzeichnung so zu planen, dass diese mit der etablierten Haltungsform-Kennzeichnung zusammenpassen.
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