Tierschutz

Tierwohl-Label: Biosiegel als Vorbild

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 15.01.2021 - 13:52

Das Biosiegel sieht Bundesagrarministerin Klöckner als Vorbild für ein freiwilliges Tierwohllabel. Sie präsentiert Erfolgszahlen.

Klöckner-Biosiegel

„Das Bio-Siegel zeigt, welche enorme Hebelwirkung ein staatliches Positivkennzeichen haben kann: Der Marktanteil von Bio-Produkten steigt seit Jahren, die Kennzeichnung genießt hohe Glaubwürdigkeit und Vertrauen bei den Verbrauchern", so Bundesagarministerin Juli Klöckner zum 20-jährigen Geburtstag des Biosiegels.

Eingeführt hatte es im September 2001 die grüne Agrarministerin Renate Künast. Seitdem ist die Anzahl der registrierten Produkte kontinuierlich gestiegen: Aktuell sind es laut BMEL fast 90.000 Produkte von über 6.000 Unternehmen. Darunter vor allem Lebensmittel, aber auch Zierpflanzen und Saatgut. Die Verwendung des Kennzeichens ist dabei freiwillig, wohl aber die Kriterien, die einzuhalten sind und kontrolliert werden.

Für immer mehr Landwirte ist das Biosiegel laut BMEL ein starker Anreiz, ihre Produktion umzustellen. "Das Bio-Siegel ist zur Marke geworden", so die Agrarministerin. Es sei so attraktiv, weil es auszeichne, was über dem gesetzlichen Mindeststandard liege. "Das macht es uns auch möglich, die Betriebe zu fördern. Auf dem gleichen Weg wollen wir mit unserem staatlichen Tierwohlkennzeichen schnell für mehr Tierwohl in den Ställen sorgen,“  nennt die Bundesagrarministerin ihr Ziel. Für Klöckner ist das Biosiegel ein gutes Beispiel, dass auch ein freiwilliges Tierwohlkennzeichen, wie das BMEL schon länger plant, erfolgreich sein könne.
 

Voraussichtlich käftiges Umsatzwachstum in 2020

Eine aktuelle Erhebung bestätigt laut BMEL den langfristigen Wachstumstrend des Bio-Marktes. 37 Prozent der Befragten gibt an, regelmäßig Bio-Produkte zu kaufen. Knapp 90 Prozent greifen zukünftig zumindest gelegentlich zur Bio-Variante. Bei Bio-Eiern steigt der Anteil der Befragten, die angeben, diese Produkte „ausschließlich“ oder „häufig“ zu kaufen, auf 74 Prozent. 2019 waren dies noch 66 Prozent.

Bei Bio-Fleisch- und Wurstwaren geben 50 Prozent der Befragten an, dies zumindest häufig einzukaufen – 2019 waren dies noch 42 Prozent. Für den Kauf von Bio-Lebensmitteln sind weiterhin die Supermärkte entscheidend: Neun von zehn Befragten kaufen hier gefolgt von Discountern (68 Prozent).

Nach Klöckners Meinung sind aus Gelegenheits- sind Gewohnheitskäufer geworden. Immer mehr Verbraucher greifen zu Bio-Produkten: Nach ersten Schätzungen soll der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in 2020 bei über 14 Milliarden Euro gelegen haben. Das wäre ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr.  

Klar sei aber auch, so die Ministerin, dass es ein gutes Miteinander und eine Annäherung der Produktionsweisen wichtig sei. Es brauche eine Art „Hybrid-Landwirtschaft“: Der Ökolandbau müsse weiter produktiver und die konventionelle Anbauweise ressourcenschonender und tierwohlgerechter werden – und dabei ertragreich bleiben.

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