Tierwohl

Tiertransporte: Tierschutzbund fordert Verbot für Drittstaaten

Tiertransport-Schild
Josef Koch
Josef Koch
am Dienstag, 22.09.2020 - 17:17

Vom Treffen der Länderagrarminister erwarten Tierschützer ein bundeseinheitliches Verbot von Tiertransporten in Drittstaaten. Auch die Anbindehaltung sollen sie verbieten.

Der Deutsche Tierschutzbund erwartet von den Länderagrarmistern, sich für ein Ende der Tiertransporte in Drittstaaten und ein Ende der ganzjährigen Anbindehaltung von Rindern einzusetzen. Ebenso müssten gesetzliche Grundlagen für den Onlinehandel mit Tieren geschaffen werden. Die Agrarminister trefen sich vom 23. bis 25. September in Weiskirchen.

Laut Tierschutzbund sind die Missstände bei Tiertransporten bekannt und vielfach dokumentiert. Derzeit sei weder gewährleistet, dass die Vorgaben der EU bis zum Zielort eingehalten werden, noch dass die Schlachtung der Tiere den EU-Standards entspricht. "Die Überarbeitung der EU-Transportverordnung muss daher umgehend erfolgen“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Bundeseinheitliche Regeln nötig

Die Mehrheit der Bundesländer hat bereits einen vorläufigen Abfertigungsstopp von Transporten in Drittländer verhängt, aber ein einheitliches Vorgehen innerhalb Deutschlands fehlt bislang.

Deshalb müsse das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) endlich prüfen, ob – dem Beispiel der Niederlande folgend - ein bundeseinheitlicher Exportstopp in außereuropäische Länder machbar wäre, so die Tierschützer. Seit Mai gilt ein niederländisches Moratorium für alle Tiertransporte nach Russland.

Verbot der Anbindehaltung auf Agenda setzen

Handlungsbedarf besteht aus Tierschutzsicht ebenfalls bei der Anbindehaltung von Rindern. Das Thema fiel bei der jüngsten Novellierung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung unter den Tisch, obwohl der Agrarausschuss des Bundesrates zuvor ein Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung empfohlen hatte.

Der Deutsche Tierschutzbund hat vorab schriftlich an die Agrarminister plädiert, das Thema endlich auf die Agenda zu setzen. Bis jetzt wollen sich die Agrarminister nicht damit beschäftigen.

ASP, GAP und Wald sind beherrschende Themen

Die Agrarminister wollen sich vor allem mit dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen im östlichen Brandenburg beschäftigen. Daneben spielt die Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) eine wichtige Rolle. Stichworte sind „Grüne Architektur“, Gemeinwohlprämie als ein Bestandteil sowie der Ansatz einer kollektiven Umsetzung von Agrarumwelt und Klimamaßnahmen.

Daneben steht auf der Agenda unter anderem die Modernisierung der Lieferbeziehungen, die Umsetzung der „Bauernmilliarde“, die Stärkung des Risikomanagements sowie die aktuelle Pflanzenschutzmittelsituation.

Ausführlich befassen werden sich die Amts- und Ressortchefs zudem mit der schwierigen Lage des Waldes. In den Diskussionen wird es unter anderen um die Einführung einer Waldklimaprämie gehen.

Mit Material von AgE