Tierschutz

Tiertransporte: Tierschützer stellen 21 Strafanzeigen

Josef Koch Redakteur Agrarpolitik
Josef Koch
am Mittwoch, 08.07.2020 - 17:04

Weil bei Lebendtiertransporten angeblich gegen das Tierschutzgesetz verstoßen wird, haben Tierschützer Strafanzeigen gestellt.

Tiertransport

Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten hat in Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen insgesamt 21 Strafanzeigen gegen Transportunternehmer, Organisatoren und Veterinärämter wegen des Verdachts auf den Verstoß gegen das Tierschutzgesetz erstattet. Die Tierschützer sehen dort Beihilfe zur Tierquälerei bei Tiertransporten in tierschutzrechtliche Risikostaaten, weil die Länder Lebendtiertransporte rechtswidrig genehmigten haben.

In den vier Bundesländern fanden 2019 und 2020 rechtswidrig Tiertransporte in tierschutzrechtliche Hochrisikostaaten wie Algerien, Iran, Libanon, Libyen, Kasachstan und Usbekistan statt. Da es laut der Tierschutzorganisation keine zugelassenen Versorgungsstationen auf den Routen gibt, kann die Versorgung der Tiere während des Transports nicht gewährleistet werden.

Verstoß gegen Gesetz?

Die Schlachtmethoden in diesen Ländern seien besonders brutal und grausam. Aus diesen genannten Gründen haben die genehmigenden Behörden nach Ansicht von Vier Pfoten gegen das deutsche Tierschutzgesetz und die Tierschutztransportverordnung 1/2005 verstoßen.

Der EU-Gerichtshof hatte bereits 2015 festgestellt, dass dafür Sorge zu tragen ist, dass die Vorgaben dieser Verordnung bis ins Zielland einzuhalten sind, auch wenn es sich hierbei um ein Drittland handelt. Die Tierschützer gehen davon aus, dass den Tieren auf dem Transport sowie am Zielort mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erhebliche Schmerzen und Leiden zugefügt wurden.