Pressefreiheit

Tierschutzbüro wirft Journalisten aus Pressekonferenz

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Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Dienstag, 13.11.2018 - 14:31

Die Redaktion des landwirtschaftlichen Wochenblatt in Niedersachsen, die Land & Forst, ist vom Vorsitzenden des Tierschutzbüros als nicht erwünscht aus einer Pressekonferenz ausgeladen worden.

Wie gehen selbsternannte Tierschutzverbände mit kritischer Presse um? Wie stehen die Organisationen, die häufig die Privilegien der Gemeinnützigkeit genießen, zur Meinungsfreiheit?

Ein Fall, initiiert durch den Verein Deutsches Tierschutzbüro, wirft hier Fragen auf. Der Verein hatte vergangene Woche bundesweit zu einer Pressekonferenz nach Oldenburg geladen. Dort wollte er über Geschehnisse in einem Schlachthof berichten und Dokumente dazu vorlegen. Ein Redakteur des niedersächsischen Wochenblattes Land & Forst hatte sich zu der Presseveranstaltung angemeldet. Kurz nach der Anmeldung erhielt er vom Vorsitzenden des Vereins, Jan Peifer, telefonisch die Ausladung. Mit der Begründung, die Redaktion der Land & Forst sei unerwünscht. Sie würde, falls sie dennoch erschiene, am Zugang gehindert. Der Journalist erfuhr damit einen Rauswurf aus dem Kreis der zur Pressekonferenz zugelassenen Personen.

Die Land und Forst ist eine Schwesterzeitschrift des Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblattes. Beide gehören zum dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag. Der Sprecher der Geschäftsführung, Christian Schmidt-Hamkens, hat dies zum Anlass genommen, einen offenen Brief an den Vorsitzenden des Deutschen Tierschutzbüros e. V. zu richten.